Vorstellung des Integrationsberichtes: passgenaue Bildungsketten für Neuzugewanderte

Sozialdezernent Ingo Rabe, Anja Kleinschmidt und Petra Müller
Sozialdezernent Ingo Rabe, Anja Kleinschmidt und Petra Müller
Die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe hat bei einem Pressetermin im Kreishaus den aktuellen Integrationsbericht des Landkreises vorgestellt. „Der Bericht verdeutlicht, dass im Ammerland bereits sehr gute und nachhaltige Integrationsstrukturen geschaffen wurden“, betont der Sozialdezernent Ingo Rabe. „Eines von vielen Beispielen dafür ist, dass der Landkreis im Niedersachsenvergleich gemessen an der Zahl der Ausländerinnen und Ausländer an der Spitze der Einbürgerungen steht“.

Gut sechs Prozent der Einwohnerzahl beträgt der Ausländeranteil derzeit im Ammerland, und bei zehn Prozent liegt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund – ein vergleichsweise niedriger Wert. Die größte Ausländergruppe wird dabei von EU-Migranten aus Polen gebildet, die zweitgrößte stammt aus Syrien. Unter den 7.581 Ausländern, die insgesamt im Ammerland leben, sind 2.121 geflüchtete Menschen, die im Ammerland Schutz finden – darunter sehr viele Familien mit Kindern. Der Anteil der unter 16-Jährigen ist hier mit fast 40 Prozent ausgesprochen hoch.

Für die neuzugewanderten Menschen geht es nach der Bewältigung ihrer Ankunftsphase im Ammerland nun darum, ihre Integration und Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft Schritt für Schritt voranzubringen. Der Landkreis unterstützt die Integrationsprozesse durch vielfältige Maßnahmen. So wurden im Jobcenter die „Fachstelle Migration und Arbeit“ eingerichtet und die Kooperation aller Bildungsträger als „Ammerland-Allianz für Bildung und Qualifizierung“ gegründet. „Zu den zentralen Themen wie Sprache, Kennenlernen der Aufnahmegesellschaft, Schule und der beruflichen Orientierung wurden im Landkreis von Anfang an passgenaue Bildungsketten für Neuzugewanderte initiiert“, beschreibt Anja Kleinschmidt, Leiterin der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe, die gelungene Zusammenarbeit. „Gleichwohl brauchen die Integrationsprozesse ihre Zeit. Wenn bei der Ankunft keine Deutschkenntnisse vorhanden sind und Berufsabschlüsse des Herkunftslandes nicht anerkannt werden, ist es realistisch, bis zur tatsächlichen beruflichen Integration von mindestens fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland auszugehen.“

„Durch das große Engagement unseres ehrenamtlichen Sprachmittlerteams konnten die schutzsuchenden Menschen von Anfang an bei Arzt- oder Behördengängen begleitet und ihre Anliegen und Fragen übersetzt werden“, bekräftigt Petra Müller, Fachkraft in der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe. Das Sprachmittlerteam ist 2015 in Koordination mit der kvhs Ammerland aufgebaut worden und gilt regional wie überregional als beispielhaft. Aktuell übersetzen 72 ehrenamtliche Akteure in 26 verschiedene Sprachen.

Der Integrationsbericht ist hier nachzulesen.
 
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