Zweites Bestrahlungsgerät schwebt im Ärztehaus ein


Das zweite Bestrahlungsgerät der Praxis für Strahlentherapie ist im Ärztehaus auf dem Gelände des Klinikzentrums Westerstede eingetroffen. Bis das Gerät im neu errichteten Strahlenbunker mit seinen meterdicken Wänden untergebracht werden konnte, war jedoch im wahrsten Sinne des Wortes Schwerstarbeit zu verrichten. Mit einem Schwerlastkran wurde der 4,4 Tonnen schwere Apparat behutsam vom Transportfahrzeug in das Gebäude gehoben. Auch wegen des hohen Wertes des Bestrahlungsgerätes von rund 1,5 Millionen Euro war bei diesem Vorgang höchste Sorgfalt erforderlich.

Das Gerät wurde in der Nacht zum Freitag in Bremen unter Vollsperrung der Gröpelinger Hauptstraße aus der dortigen Schwesterpraxis herausgehoben und nach Westerstede verbracht. Das Bestrahlungsgerät der Marke Siemens ist baugleich zum bereits in Westerstede installierten Apparat.

Der Ausbau der Strahlentherapie im Ärztehaus an der Ammerland-Klinik war wegen der zunehmenden Nachfrage notwendig geworden. Als die Praxis im Jahr 2010 ihre Arbeit aufnahm, wurden täglich zwischen 30 und 40 Patienten behandelt. Aktuell sind es zwischen 70 und 80 Patienten pro Tag. "Dies ist", so Prof. Dr. med. Robert M. Hermann, Leiter der Strahlentherapie in Westerstede, "vor allem auf den steigenden medizinischen Bedarf, aber auch auf den guten Ruf der Praxis zurückzuführen. Auch die Ammerland-Klinik als enger Kooperationspartner mit ihren onkologischen Zentren wie Brust-, Darm- und Prostatazentrum trägt zu dieser Entwicklung bei. Neben Patienten mit Krebserkrankungen werden in der Strahlentherapiepraxis im Ärztehaus aber auch Patienten mit schmerzhaften Arthrosen oder degenerativen Sehnenerkrankungen wie Fersensporn behandelt", so Prof. Dr. Hermann weiter.

Um die Wartezeiten für Patienten zu verkürzen und flexiblere Bestrahlungstermine anbieten zu können, baten die Praxisbetreiber 2015 den Landkreis als "Eigentümer" des Ärztehauses, die bestehende Praxis um einen zweiten Bestrahlungsraum mit zugehörigen Umkleiden, Schalträumen und Ärztezimmern zu erweitern. Die Kosten der Bauarbeiten beliefen sich auf circa 2,1 Millionen Euro; die Arbeiten dauerten von Juli 2016 bis September 2017. Dabei musste der aufwändige neue Strahlenschutzbunker teilweise in die bestehenden Gebäude eingelassen werden.

Nach Installation des Gerätes und exakter Abstimmung seiner Leistungsparameter stehen damit voraussichtlich ab Mitte Dezember zwei leistungsfähige Geräte für die tägliche Praxis in der Strahlentherapie zur Verfügung. "Mitte Februar wird im Rahmen eines Tages der offenen Tür die erweiterte Praxis für Strahlentherapie mit allen Geräten und Räumlichkeiten der Öffentlichkeit vorgestellt", kündigt der Leiter der Strahlentherapie an.
 
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