Edewecht
Kokerwindmühle
Edewecht, erstmals im Jahre 1150 urkundlich erwähnt, gehört zu den ältesten Ortschaften des Ammerlandes und stellt in seinem Siedlungskern das längste Reihendorf alter Art auf der nordwestdeutschen Geest dar.
Während des Mittelalters wuchs das landwirtschaftlich strukturierte Edewecht, musste aber insbesondere im Rahmen der sog. Münsterschen Fehden mehrere Rückschläge hinnehmen. Bemerkenswert ist sicherlich, dass im 19. Jahrhundert in Edewecht gebaute Schiffe auch die Weltmeere durchkreuzten.
Moorlandschaft
Weitere wichtige Daten aus der Geschichte Edewechts sind die Erschließung von Hochmoorkolonien ab 1910, die Gründung verschiedener Torfwerke und Moorgutgesellschaften, die die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde stark förderten, sowie der Ausbau des Küstenkanals zum Schifffahrtsweg im Jahre 1935.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, der insbesondere in den letzten Kriegstagen große Verluste an Menschenleben und schwere Schäden für die Gemeinde brachte, lebten etwa 7.100 Menschen in Edewecht. Heute beträgt die Einwohnerzahl 21.000, so dass auch hieran abgelesen werden kann, welch positive Entwicklung Edewecht in den letzten Jahrzehnten genommen hat. Sicherlich ist dies auch auf die Erschließung einer Vielzahl von Baugrundstücken durch die Gemeinde zurückzuführen. Da die Bauplatzreserven der Gemeinde fast zur Neige gegangen sind, wird die Ausweisung neuer Baugebiete vorbereitet, um möglichst vielen Bürgern den Wunsch nach den "eigenen vier Wänden" zu ermöglichen.
Edewecht konnte sich aus kleinsten Anfängen heraus in relativ kurzer Zeit zu einer Wirtschaftsgemeinde entwickeln. In seinen Grenzen beherbergt Edewecht mehrere in der Nahrungsmittelbranche tätige Firmen, deren Produkte sowohl national als auch international Anerkennung finden. Maßgeblich gefördert wurde diese Entwicklung durch die Ausweisung des Industriegebietes in Edewecht, in dem bislang über 600 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Hier sind neben kleineren auch mittelständische Spezialbetriebe der Metallindustrie ansässig. Als Ergebnis dieser Bemühungen um die Wirtschaftsförderung können heute eine stattliche Zahl wohnortnaher Arbeitsplätze für die Bürger angeboten werden.
Die Gemeinde Edewecht wird überörtlich durch die Autobahnen 28 und 29 erschlossen. Eine direkte Anbindung erfolgt über die B 401 und die L 828 bzw. L 831. Im Ortsteil Husbäke verfügt die Gemeinde über einen kleinen Hafen am Küstenkanal, der die Gemeinde im Süden in Ost-West-Richtung durchquert. Eine Anbindung an das Netz der Deutschen Bundesbahn erfolgt über die Bahnhöfe Bad Zwischenahn oder Oldenburg. Über das gut ausgebaute ÖPNV-Netz ist die Verbindung mit Bussen gesichert.
Aus Sicht der Gemeinde Edewecht stellt der Umweltschutz eine große Herausforderung dar. An erster Stelle ist hier sicherlich die Abwasserbeseitigung zu nennen. Durch die Privatisierung dieser Einrichtung wurde ein leistungsfähiger und kompetenter Partner gefunden, der die Gewähr für eine zuverlässige Erledigung dieser wichtigen Aufgabe bietet.
Edewecht ist als sportfreudige Gemeinde bekannt. Es gibt fast keine Ortschaft, die der Bevölkerung nicht wenigstens einen Sportplatz zur Verfügung stellen kann. Mehrzweckhallen, Turnhallen, Tennishalle und -plätze, Frei- und Hallenbad mit Saunalandschaft, ein größeres Stadion sowie ein Trimmpfad im Staatsforst Wildenloh runden das Angebot ab und bilden die Basis für ein reges Vereinsleben.
Kleinkinder und Jugendliche können bis zum Gang auf die weiterbildenden Schulen oder Universität die ganze Schullaufbahn in der Gemeinde Edewecht durchlaufen.
Edewechter Rathaus
Es gibt Krippen und Tagespflegeanbote für die unter Dreijährigen für Kleinkinder, 5 Kindergärten und einen Waldkindergarten, 3 Grundschulen sowie einen Schulkindergarten. Eine Haupt- und Realschule mit einer Außenstelle im Ortsteil Friedrichsfehn, eine Schule für Lernbehinderte und geistig Behinderte sowie eine Außenstelle des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht für die Stufen 5 – 9.
Auch das Angebot der ärztlichen Versorgung ist gut. Es gibt Allgemeinmediziner, Zahnärzte, einen Kinderarzt, eine Gynäkologin und einen Chirurgen.
Aber auch an die älteren Mitglieder unserer Gesellschaft ist gedacht: Ein Alten- und Pflegeheim sowie zahlreiche Altenwohnungen wurden geschaffen. Daneben gibt es die Sozialstation Edewecht. Sie ist immer dann Ansprechpartner, wenn durch Krankheit "Not am Mann" ist.
Seit kurzem bemüht sich die Gemeinde auch zusammen mit dem Fremdenverkehrsverein Edewecht e. V. um den Tourismus; eine Aufgabe, die für die Zukunft eine positive Entwicklung erwarten lässt. Neben Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel, in der Ferienwohnung, in der Pension oder aber Reiterferien ohne Eltern wird seit diesem Jahr ein Reisemobilstellplatz zum Nulltarif angeboten. Lediglich für die Ver- und Entsorgung wird ein Obolus erhoben.
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