„Hinschauen ist das Wichtigste“: Familienhebammen im Ammerland unterstützen Eltern in kritischen Lebensumständen

Das Familienhebammenprojekt des Landkreises Ammerland hat in diesem Monat seinen ersten Geburtstag gefeiert. Auf einer Pressekonferenz im Kreishaus haben die Beteiligten eine positive Bilanz gezogen: 23 Kinder aus 19 Familien haben die Familienhebammen betreut.

 

Die Sozialarbeiter Birgit Gravel-Biedermann und Ludger Staufenbiel, die zusammen im Gesundheitsamt des Landkreises Ammerland die Einsätze der Familienhebammen koordinieren, erklären: „Ziel unseres Projektes ist es, junge Mütter in schwierigen sozialen und psychosozialen Situationen zu unterstützen. Sie sollen in ein Hilfenetzwerk eingebunden werden, um damit einer Vernachlässigung und Gefährdung der Kinder frühzeitig vorzubeugen.“

Es sei gelungen, ein engmaschiges Geflecht von Pädagogen, Hebammen, Ärzten und Behörden zu weben, berichtet die Familienhebamme Sylvia Sachse-Schwarz. „Diese Zusammenarbeit ist im letzten Jahr sehr intensiv geworden. Wenn etwas in den Familien nicht so gut läuft, rufen wir uns auch abends noch einmal an und tauschen uns aus“.

Es sind jetzt sechs Familienhebammen, die beim Landkreis Ammerland tätig sind, und die sich für ihren Einsatz speziell haben schulen lassen. Informiert werden sie von der Koordinierungsstelle, die wiederum vom Jugendamt, von Hebammen oder der Kinderklinik auf bedürftige Familien hingewiesen werden. "Immer dann, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet sein könnte, greifen wir möglichst frühzeitig ein", erläutert die Familienhebamme Britta Biller. Dass sie ihre Unterstützung als Hebamme und nicht etwa als Sozialarbeiterin vom Jugendamt anbieten kann, sieht Biller als großen Vorteil. "Wir als Hebammen sind in den jungen Familien als Helfende akzeptiert, nicht als Kontrollierende."

 „Man muss frühzeitig eingreifen, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist - das ist die Lehre aus dem Fall Kevin. Wir können einen solchen Fall sicher nicht verhindern, aber wir wollen die Verantwortung der Eltern stärken. Aber auch das Umfeld muss Verantwortung übernehmen: Hinschauen ist das Wichtigste“, brachte es Sozialdezernent Ingo Rabe auf den Punkt. Für Nachfragen steht stehen die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle unter 04488/56 5300 zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ammerland.de/4472.php.

 


 
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