Kreispräventionstag im Westersteder Kreishaus: „Wie das Handy unser Leben verändert (hat)“

Wie das Handy unser Leben verändert (hat), lautete die Überschrift des diesjährigen Präventionstages, den der Kreispräventionsrat unter großer Beteiligung verschiedener Akteure im Kreishaus Westerstede veranstaltet hat.

„Fast jedes Kind und wohl jeder Jugendliche hat heute ein Handy. Handys dienen heutzutage aber nicht nur der Beziehungspflege, sondern haben zahlreiche weitere Funktionen. Deshalb ist es wichtig, dass wir Eltern, Lehrern und andere Erziehungsverantwortliche Kinder und Jugendliche bei einem selbstständigen, kritischen und verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Medien unter-stützen“, betonte Kreisjugendpfleger Volker Gudlat auf dem gut besuchten Kreispräventionstag.

“Ein Handy ist heute viel mehr als nur ein mobiles Telefon: Jugendliche benutzen es als Spielgerät, Videokamera, Adressbuch, Musik-speicher, Wecker, Kalender, Fotoalbum und Tagebuch“, betonte der Sozialpädagoge und Eltern-Medien-Trainer Moritz Becker in seinem Vortrag. „Für all das hätte man noch vor wenigen Jahren einen Koffer gebraucht, heute passt das alles in das kleine All-in-One-Gerät Handy.“

Das habe viele Vorteile, berge aber auch Risiken. Zusatzfunktionen wie Kamera und Bluetooth öffneten Mobbing oder Erpressung Tür und Tor: Schüler oder Lehrer würden gegen ihren Willen gefilmt, das Material werde als Videoclip per Handy oder Internet weiter-verbreitet. Das fülle Momente der Langeweile und sei nicht unbedingt mit einer bösen Absicht verbunden. „Eltern und Pädagogen, müssen diese Lebenswelt kennen und verstehen“, betonte der Sozialpädagoge und Eltern-Medien-Trainer Moritz Becker in seinem Vortrag. „Nehmen Sie Kinder ernst, interessieren Sie sich und zeigen Sie in jedem Fall Ihre Betroffenheit über Gewalt verherrlichende oder pornographische Szenen!“ Kinder und Jugendliche müssten verstehen, dass es ein Recht am eigenen Bild gebe oder dass Persönlichkeitsrechte nicht verletzt werden dürfen.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich darüber einig, dass es keine Patentrezepte gegen die Gefährdungen durch neue Medien gibt. Eltern und Erzieher sollten Orientierung geben, Handyverbote dagegen sollten das letzte Glied in einer Kette aufeinander abgestimmter Maßnahmen darstellen. „Wichtig ist vor allem, über den verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit Mobiltelefonen, über Strafbarkeiten und über eine eigenverantwortliche Handynutzung umfassend aufzuklären“, fasst Gudlat die Bilanz des Kreispräventionstages zusammen.


 


 
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