Risiko Glücksspielsucht: Kampagne „Heute schon verspielt?“ läuft im Ammerland an

„Heute schon verspielt?“ fragt ein Plakat des Landes Niedersachsen. Es soll Menschen für die Glückspielsucht sensibilisieren und auf Hilfsangebote hinweisen. Sabine Mix-Puschmann, Präventionskraft Pathologisches Glücksspiel in der Fachstelle Sucht der Diakonie im Ammerland, die das Plakat im Ammerland verteilt, und Dr. Ralph Korczak vom Gesundheitsamt des Landkreises Ammerland informierten im Kreishaus über Glücksspiel, seine Folgen und Therapien.

„Wir gehen davon aus, dass im Ammerland bis zu 600 Spielsüchtige leben. Die Übergänge zwischen Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit sind fließend. Anzeichen für Glücksspielsucht sind ständiges Denken an das Glücksspiel, Kontrollverlust und Abstinenzunfähigkeit, Vernachlässigung der Familie bis hin zur Beschaffungskriminalität“, erklärt Dr. Ralph Korczak vom Gesundheitsamt des Landkreises Ammerland.

Meine Hauptaufgabe ist es, Menschen, die Probleme mit dem Spielen haben, dazu zu bewegen, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Oft dauere es zu lange, bis Spielsüchtige den Weg in die Beratungsstelle finden und die mit Spielsucht verbundenen Folgeschäden wie Arbeitsplatzverlust oder Verschuldung seien bereits aufgetreten, berichtet Sabine Mix-Puschmann. Sie ist eine von 24 Präventionsfachkräften in Niedersachsen mit halber Stelle, die in dem Modellprojekt „Prävention und Intervention bei problematischem und pathologischem Glücksspiel“ der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen mitarbeiten.

Ziel der Plakataktion ist es, dass sich Betroffene mit der Fachberatungsstelle Sucht der Diakonie (04403/3179) in Verbindung setzen. Dort werden Glückspielabhängige und ihre Angehörige beraten, es werden Therapien vermittelt und seit vier Monaten wird auch eine Gruppe für Betroffene angeboten. „Diese Gruppe für Glücksspielabhängige trifft sich einmal pro Woche. Sie ist gedacht für Personen, die durch den Rückhalt einer Gruppe und mit unterstützenden Einzelgesprächen weitestgehend spielfrei leben können“, so  Sabine Mix-Puschmann.

 
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