Der letzte Notruf: Technische Zentrale Elmendorf schaltet nach Oldenburg zur Kooperativen Großleitstelle Oldenburg (KGO) um

Die Einsatzleitstelle in Elmendorf, seit 47 Jahren der logistische Mittelpunkt des Rettungswesens im Landkreis Ammerland, hat am 31.7. ihre Arbeit eingestellt. Seitdem werden alle Notrufe aus dem Landkreis Ammerland in der Kooperativen Großleitstelle Oldenburg (KGO) entgegengenommen. Für die Ammerländerinnen und Ammerländer ist diese Änderung nicht bemerkbar: Hilfe suchende Anrufer wählen wie bisher die bekannten Rufnummern 110 für die Polizei oder die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst.

„Für den Landkreis Ammerland dagegen geht damit die lange Ära einer eigenen Leitstelle zu Ende: Im Jahre 1965 wurde die erste Funkleitstelle für die Feuerwehren im alten Feuerwehrhaus in Bad Zwischenahn eingerichtet – eine Vorläuferin der heutigen Leitstelle. Dem Kreisschirrmeister, der die Leitstelle damals betrieb, standen ein Telefon, Funkgeräte sowie eine Alarmierungstafel zur Auslösung der vorhandenen Sirenen zur Verfügung“,  erklärte Landrat Jörg Bensberg in einer kleinen Feierstunde in der Technischen Zentrale. „Zu dieser Zeit wurden aber noch nicht alle Hilferufe zentral entgegengenommen: Wer die Feuerwehr benötigte, rief direkt beim Ortsbrandmeister, in der Dorfkneipe oder dem Lebensmittelgeschäft im Dorf an, von wo aus die Sirene per Hand aktiviert wurde“.

Im Dezember 1965 beschloss der Kreistag den Bau der Technischen Zentrale in Elmendorf, die im September 1967 in Betrieb genommen wurde. Zu dieser Zeit nahmen zwei hauptamtliche technische Mitarbeiter den Dienst nebenbei wahr. Nachts und am Wochenende wurden das Telefon und der Funk in die beiden Dienstwohnungen umgeleitet. Die Alarmierung der Feuerwehren erfolgte zu dieser Zeit über Telefon und Sirene. Waren diese hauptamtlichen Mitarbeiter im Einsatz, übernahmen die Ehefrauen den sogenannten Funkdienst.

Mitte 1975 ging die erste Leitstelle neuerer Zeit an den Start: Diese war tagsüber erstmals mit einem Funker in Vollzeit besetzt. Nachts und an den Wochenenden übernahmen die mittlerweile vier hauptamtlichen technischen Mitarbeiter diese Aufgabe reihum durch Umschaltung der Telefon- und Funkgeräte in die vorhandenen Dienstwohnungen. Die Leitstelle übernahm auch die Alarmierung des Rettungsdienstes.

Im Jahre 1978 wurde die Anzahl der Funker auf drei erhöht. Diese versahen ihren Dienst jeweils für 24 Stunden und hatten anschließend 48 Stunden frei. 1986/87 wurde die zentrale Notrufnummer 112 eingerichtet. 1995 führte der Landkreis Ammerland die digitale Alarmierung der Feuerwehren und des Rettungsdienstes ein. 1997 erfolgte dann nach räumlicher Erweiterung die Inbetriebnahme der jetzigen Einsatzleitstelle, deren technische und personelle Ausstattung laufend optimiert wurde.

Das Einsatzaufkommen der Leitstelle hat sich in den letzten Jahr-zehnten sehr verändert. Die Einsätze im Rettungsdienst stiegen von 812 (1980) auf 8200 (2011), die der Feuerwehr haben sich von 344 (1980) auf 596 (2010) ebenfalls erheblich erhöht. „Die massiv gestiegenen Einsatzzahlen im Bereich des Rettungsdienstes machten eine Abkehr von den sogenannten Einmann-Leitstellen notwendig. Die neue Technik der Großleitstelle ist in allen Bereichen erheblich leistungsfähiger, was die Sicherheit der Bevölkerung deutlich erhöht“, freute sich der Landrat. 

 


 
 
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