Resolution des Kreistages des Landkreises Ammerland zur Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplanes

Der Küstenkanal zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal (DEK) und der Hunte ist mit seinen rd. 70 km die kürzeste Schiffsverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und den Weserhäfen Nordenham, Brake und Bremen. Zusammen mit dem DEK verbindet er nicht nur die genannten Weserhäfen mit dem Rhein-Ruhrgebiet sondern auch mit den ARA-Häfen (Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam). Daneben stellt er eine Verbindung zu den Seehäfen Emden, Wilhelmshaven und Bremerhaven dar. Die Durchgangszahlen am Küstenkanal bewegen sich auf über 3,5 Mio. Gütertonnen. Der Containerverkehr hat zugenommen. Mit steigender Tendenz wurden im vergangenen Jahr 26.000 Container transportiert.

Die bestehenden Einschränkungen der Befahrbarkeit des Küstenkanals lassen sich nur verringern, wenn der gesamte Kanal gemäß Wasserstraßenklasse V ausgebaut, die Schleusen in Oldenburg und Dörpen verlängert und die Brücken zur Ermöglichung eines 3-lagigen Containerverkehrs angehoben werden.

Die aktuellen Vorschläge des Landes Niedersachsen für den Bundesverkehrswegeplan 2015 sehen für den Küstenkanal lediglich eine Substanzsicherung des heutigen Ausbauzustandes und nur perspektivisch die Anpassung an den Standard Großmotorgüterschiff (GMS)/ übergroßes Motorschiff (üGMS) vor.

In Anbetracht des wachsenden Verkehrsvolumens einerseits und der politisch gewünschten Verkehrsverlagerung andererseits ist ein leistungsfähiges Wasserstraßennetz unverzichtbar.

Der Kreistag des Landkreises Ammerland fordert daher das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auf, die Klassifizierung des Küstenkanals im Interesse der Zukunftsfähigkeit des  Ammerlandes und der Region zu erhöhen und dem Ausbau des Kanals - auch vor dem Hintergrund seiner transeuropäischen Bedeutung - höchste Priorität einzuräumen und eine zeitnahe Ausbauperspektive zu eröffnen.
 
zurück