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Geflügelpest

Im Rahmen der Risikobewertung und der aktuellen Entwicklung ist Mitte November durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zusammen mit der Behördenleitung des Landkreises Ammerland entschieden worden, dass eine Aufstallpflicht von Geflügel für das gesamte Landkreisgebiet erforderlich ist. Der Landkreis Ammerland hat dazu am 12. November 2020 eine Allgemeinverfügung erlassen.
Der Landkreis wird risikoorientiert die Einhaltung der Aufstallpflicht überwachen. Bei Nichteinhaltung der Aufstallpflicht kann ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden.

In einem Putenbetrieb in der Gemeinde Wiefelstede wurde der Erreger H5N8 der hochpathogenen Aviären Influenza (auch Geflügelpest genannt) nachgewiesen. Um den Betrieb mit dem positiven Virusnachweis musste ab dem 18. März 2021 ein Sperrbezirk von mindestens drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet innerhalb von zehn Kilometern eingerichtet werden. Zwischenzeitlich gilt der Ausbruch als erloschen.
Das Beobachtungsgebiet ist nun aufgehoben worden. Die Aufhebung des Beobachtungsgebiets tritt gemäß entsprechender Allgemeinverfügung vom 20. April 2021 am Mittwoch, den 21. April in Kraft.

Weiterhin hat der Landkreis Ammerland Teile der Gemeinde Edewecht im Zusammenhang mit den Ausbrüchen der Geflügelpest im angrenzenden Landkreis Cloppenburg zum Beobachtungsgebiet erklärt.
In den sogenannten Anschluss-Beobachtungsgebieten befinden sich 60 Geflügelhalter mit circa 19.300 Tieren. Die Allgemeinverfügung zur Festlegung eines weiteren Anschluss-Beobachtungsgebietes gilt ab dem 13. März 2021. Die Anschluss-Beobachtungsgebiete vom 2. März und 9. März 2021 sind darin vollständig enthalten.

Verhaltensregeln

Bezüglich möglicher Verhaltensregel weist Thomas Scherbaum, Tierarzt und Sachgebietsleiter Tiergesundheist im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Ammerland auf folgende Varianten hin:

Verhaltensregeln beim Auffinden verendeter Wildvögel

  • Besonders empfänglich für den Erreger der Geflügelpest sind insbesondere Hausgeflügelarten, wie Hühner, Puten, Enten, Gänse, Fasane, Wachteln und ähnliche.

  • Bei Wildvögeln wird das Virus vor allem bei verschiedenen Gänsevögeln, Zwerg- und Haubentauchern, Möwen, Schwänen, Reihern oder Blässhühnern, aber auch Greifvögeln, Eulen und Aasfressern, wie Krähen, nachgewiesen. Singvögel und Tauben erkranken in der Regel nicht an Geflügelpest.

  • Der Fund toter empfänglicher Wildvögel (zum Beispiel Wassergeflügel oder Greifvögel) ist dem Veterinäramt  während der Geschäftszeiten mitzuteilen. Die Tiere sollten wenn möglich nicht berührt werden, Hunde sind fernzuhalten. Die verendeten Vögel werden dann von Mitarbeitern des Veterinäramtes geborgen und zu weiteren Untersuchungen versandt.

  • Nach dem Fund eines toten Singvogels oder einer toten Taube ist es nicht nötig, die Behörden zu informieren, da hier eine Erkrankung mit dem Virus der Geflügelpest nicht zu erwarten ist. Diese Vogelarten können unter Einhaltung einer normalen Grundhygiene unschädlich beseitigt werden.

  • Das Veterinäramt empfiehlt in der gegenwärtigen Situation Hunde in Ufer- und Moorbereichen anzuleinen um einen direkten Kontakt mit ggf. verendeten Vögeln zu verhindern. Eine Übertragung auf Hunde (und Katzen) ist eher unwahrscheinlich, kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

  • Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius, und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung, sicher abgetötet wird.

Verhaltensregeln für Geflügelhalter gemäß Geflügelpest-Verordnung (GeflPestSchV)

Früherkennung

  • Treten innerhalb von 24 Stunden in einem Geflügelbestand Verluste von mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren oder mehr als 2 Prozent der Tiere des Bestandes bei einer Bestandsgröße von mehr als 100 Tieren auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, so hat der Tierhalter unverzüglich durch einen Tierarzt das Vorliegen einer Infektion mit dem aviären Influenzavirus durch geeignete Untersuchungen ausschließen zu lassen.

  • Treten in einem Geflügelbestand, in dem ausschließlich Enten und Gänse gehalten werden, über einen Zeitraum von vier Tagen Verluste von mehr als der dreifachen üblichen Sterblichkeit der Tiere des Bestandes oder eine Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als 5 Prozent ein, so hat der Tierhalter ebenfalls unverzüglich durch einen Tierarzt das Vorliegen einer Infektion mit dem aviären Influenza Virus durch geeignete Untersuchungen ausschließen zu lassen.

Weitere allgemeine Schutzmaßregeln

Werden in einem Geflügelbestand mehr als 1.000 Stück Geflügel gehalten, so hat der Tierhalter sicherzustellen, dass:

  • die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren gesichert sind,

  • die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- oder Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen,

  • Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird,

  • nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel die dazu eingesetzten Gerätschaften und der Verladeplatz gereinigt und desinfiziert werden und dass nach jeder Ausstallung die frei gewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände gereinigt und desinfiziert werden,

  • betriebseigene Fahrzeuge unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransports auf einem befestigten Platz gereinigt und desinfiziert werden,

  • Fahrzeuge, Maschinen und sonstige Gerätschaften, die in der Geflügelhaltung eingesetzt und von mehreren Betrieben gemeinsam benutzt werden, jeweils im abgebenden Betrieb vor der Abgabe gereinigt und desinfiziert werden,

  • eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung durchgeführt wird und hierüber Aufzeichnungen gemacht werden,

  • der Raum, der Behälter oder die sonstigen Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat, gereinigt und desinfiziert werden,

  • eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

Hinweise für das Beobachtungsgebiet

  • Tierhalter im Beobachtungsgebiet haben der zuständigen Behörde unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Vögel unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standorts und der verendeten gehaltenen Vögel, sowie jede Änderung anzuzeigen.

  • Gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden.

  • Der Tierhalter hat sicher zu stellen, dass 
    • die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- oder Einwegschutzkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen, 
    • Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegschutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird.

  • Gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden.

  • Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten.

  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung zu reinigen und zu desinfizieren.

Ausnahmen von den Schutzmaßregeln des § 27 der Geflügelpest-Verordnung können gem. §§ 28 und 29 der Geflügelpest-Verordnung genehmigt werden.

Antragsformulare

Geflügelpest - Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Verbringen von Bruteiern und Konsumeiern
Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gem. § 23 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 2, § 23 Abs. 2 sowie § 29 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 2 der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpest-Verordnung)

Geflügelpest - Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Verbringen von Legehennen, Jungputen und Eintagsküken
Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gem. § 22 Abs. 3 oder 4 oder § 28 Abs. 2 Nr. 2 oder 3 der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpest-Verordnung)

Geflügelpest - Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Verbringen von Schlachtgeflügel
Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gem. § 22 Abs. 1 S. 1 oder § 28 Abs. 2 Nr. 1 der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpest-Verordnung) 

Geflügelpest - Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Verbringen von tier. Nebenprodukten aus Beobachtungs- o. Sperrbezirk
Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Verbringen von tierischen Nebenprodukten aus dem Sperrbezirk oder Beobachtungsgebiet gemäß § 25 S. 1 Nr. 5 bzw. § 29 Abs. 3 i.V.m. § 25 S. 1 Nr. 5 Geflügelpest-Verordnung

Beobachtungsgebiete

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Weitere Informationen zur Vogelgrippe auf der Website des Laves (Niedersächisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit