Moorkataster
Im Rahmen des Klimaschutzmanagements haben die Kommunen Bad Zwischenahn, Edewecht, Rastede und Westerstede aus dem Landkreis Ammerland die Erarbeitung eines Digitalen Moorkatasters als über LEADER gefördertes Projekt der Parklandschaft Ammerland beauftragt.
Insbesondere aus Klimaschutzsicht sollen durch die Untersuchung Erkenntnisse über den tatsächlichen Umfang, die Beschaffenheit und Strukturen der kohlenstoffreichen Böden in diesen Kommunen gewonnen werden. Während intakte Moore mit flurnahen Wasserständen eine hohe Bedeutung als Kohlenstoffspeicher haben, setzen entwässerte Moorböden beträchtliche Mengen klimarelevanter Gase, darunter vor allem Kohlendioxid (CO2), frei. Deshalb stellen diese Ergebnisse für zukünftige Überlegungen und Planungen für Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einen wichtigen Baustein dar.
Die Verbreitung der Moorflächen hat nicht nur durch Umbruch stark abgenommen. Die Entwässerung der Flächen hat zu Sackung, Schwund und Mineralisierung und damit zur Absenkung der Mooroberfläche geführt. In der Summe betragen die Mächtigkeitsverluste durch Entwässerung 1-2 cm pro Jahr, bei intensiv bewirtschafteten Ackerstandorten auch mehr. Insbesondere flachgründige Moore verschwinden so schleichend über die Jahre und vor allem die geringmächtigen Randbereiche bedürfen daher einer Überprüfung.
Im Rahmen der umfangreichen Untersuchungen im Feld konnte gezeigt werden, dass sich die Gebietskulisse des Hoch- und Niedermoores gegenüber der bisher bekannten Ausbreitung (Datengrundlage BHK50ks) reduziert hat. Das Moor schwindet schleichend und dies führt zu Treibhausgasemissionen, die aufgrund der Trockenlegung des Moores bei intensiver Nutzung entstehen. Im Landkreis Ammerland werden durch die kohlenstoffreichen Böden ungefähr 780.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr emittiert. Das entspricht den jährlichen Treibhausgasemissionen von circa zwei Drittel der ammerländer Bevölkerung insgesamt.
Um für die Projektregion konkrete Erkenntnisse zu gewinnen, wurden für das digitale Moorkataster bereits vorhandene Daten zusammengetragen, ausgewertet und durch Felderhebungen ergänzt. Aus diesen Daten sowie weiteren Informationen zur Flächenverfügbarkeit, zu weiteren Standorteigenschaften oder zur Raumplanung können so z.B. mögliche Standorte für Wiedervernässungsmaßnahmen identifiziert werden. All diese Informationen sind nunmehr gesammelt in dem digitalen Moorkataster für die Kommunen Bad Zwischenahn, Edewecht, Rastede und Westerstede aufgearbeitet und GIS-gestützt abrufbar.
Neben dieser für die Gemeinden nutzbaren detaillierten und fachspezifischen Arbeitsgrundlage sollen sich auch Bürgerinnen und Bürger sowie Flächeneigentümer und -eigentümerinnen über eine öffentlich zugängliche WebGIS-Anwendung zum Thema Moor informieren können und hinsichtlich der Klimarelevanz sensibilisiert werden. Die Karten sind über das Geoportal des Landkreis Ammerland zugänglich.
Bodenkategorien
Die Karte stellt die verschiedenen Moor-Kategorien (Hochmoor, Niedermoor, Moorgley, usw.) sowie (ehemalige) Torfabbauflächen und die im Rahmen der Studie noch unbestätigten Moorböden dar.
Moormächtigkeit
Die Karte zeigt die Moormächtigkeit in vier Kategorien von 30 - 40 cm (Vernässung erschwert) bis zu einer Torfauflage > 130 cm (günstig für eine Vernässung). Bei noch unbestätigten Moorflächen wurde eine Wahrscheinlichkeitsbewertung für das Vorhandensein von Torf durchgeführt.
THG-Emissionen
Die Karte zeigt die Treibhausgas-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent pro Hektar und Jahr. Die Emissionen liegen in einem Spektrum von < 5 Tonnen pro Jahr und ha, was einer vollständig wiedervernässten Fläche entspricht bis zu 35 - 40 Tonnen pro ha und Jahr, was einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung entspricht.