Blühflächen anlegen – Lebensräume schaffen
Mit dieser Sattgutmischung tragen Sie dazu bei, unseren Landkreis Ammerland aufblühen zu lassen und durch die Anlage einer Blühfläche mehr natürliche Strukturen zu schaffen.
Jedoch ist nicht jeder Inhalt von Blühmischungen gleich.
Die Saatgutmischung des Landkreises Ammerland ist eine eigens für unseren Landkreis zusammengestellte mehrjährige Saatgutmischung, die aus einheimischen regio-zertifiziertem Saatgut besteht. Das bedeutet, es sind Samen von Pflanzen, die in unserer Region natürlicherweise vorkommen würden und für unsere einheimischen Insekten wie Wildbienen, Schmetterlingen oder Käfer Nahrung und Lebensraum bieten. Diese Lebensräume wie Ackerrandstreifen oder wilde Kräuterwiesen fehlen in der heutigen Kulturlandschaft, weshalb es auch immer weniger Insekten gibt.
In herkömmlichen einjährigen Saatgutmischungen befinden sich zumeist Samen von Wild- und Kulturpflanzen, die zwar ein buntes Farbspektrum verschiedenster Blüten aufweisen, jedoch oft ursprünglich nicht aus unserer Region stammen und unsere Insekten diese gar nicht als Nahrungs- oder Lebensraum nutzen.
Um also etwas für die Artenvielfalt im Ammerland zu tun, empfehlen wir, mehrjährige Blühflächen anzulegen. Diese enthalten zusätzlich Samen von Pflanzen, die sich jährlich selbst weiter versamen oder im ersten Jahr der Aussaat zunächst Blätter bilden und erst im zweiten Jahr blühen. Dazu gehören beispielsweise:
- Wilde Möhre (weiß blühend)
- Natternkopf (blau blühend)
- Rainfarn (gelb blühend)
- Tüpfel-Johanniskraut (gelb blühend)
- Wiesen-Flockenblume (pink blühend)
- Weiße Lichtnelke
Ihre mehrjährige Saatgutmischung eignet sich also perfekt, um langfristige Lebensräume für unsere Insekten zu schaffen. Sie bietet nicht nur in den Sommermonaten durch ihren Blütenreichtum Nahrung, sondern dient darüber hinaus auch im Winter als Unterschlupf für Larven und Puppen in Stängeln und Halmen.
Deshalb ist die Blühmischung des Landkreises speziell für mehrjährige Flächen geeignet und muss nicht jedes Frühjahr neu angelegt werden.
Inhalt der mehrjährigen blühenden Saatgutmischung von Rieger-Hofmann GmbH
Regionales Saatgut „Blühende Landschaft Nord“
Frühjahrseinsaat, 40 Prozent Wild- und 60 Prozent Kulturpflanzen
Wildblumen
Gewöhnliche Schafgarbe - 1,0 % Achillea millefolium
Barbarakraut - 1,5 % Barbarea vulgaris
Kornblume - 7,0 % Centaurea cyanus (KF: 76 %, RH: 99 %)
Wiesen-Flockenblume - 3,0 % Centaurea jacea
Wegwarte - 1,5 % Cichorium intybus
Wilde Möhre - 1,9 % Daucus carota
Gewöhnlicher Natternkopf - 2,3 % Echium vulgare
Tüpfel-Johanniskraut - 1,5 % Hypericum perforatum
Färber-Waid - 0,5 % Isatis tinctoria
Acker-Witwenblume - 0,2 % Knautia arvensis
Kleine Margerite - 3,0 % Leucanthemum vulgare
Moschus-Malve - 0,5 % Malva moschata
Wilde Malve - 1,7 % Malva sylvestris
Weißer Steinklee - 0,5 % Melilotus albus
Echter Steinklee - 0,5 % Melilotus officinales
Klatsch-Mohn - 2,0 % Papaver rhoeas
Echter Pastinak - 0,5 % Pastinaca sativa
Spitzwegerich - 2,3 % Plantago lanceolata
Silber-Fingerkraut - 0,3 % Potentilla argentea
Echtes Seifenkraut - 1,0 % Saponaria officinalis
Rote Lichtnelke - 1,0 % Silene dioica
Weiße Lichtnelke - 2,0 % Silene latifilia ssp. alba
Taubenkropf-Leimkraut - 2,0 % Silene vulgaris
Acker-Senf - 1,0 % Sinapis arvensis
Heimische Goldrute - 0,2 % Solidago virgaurea
Rainfarn - 0,1 % Tanacetum vulgare
Großblütige Königskerze - 0,5 % Verbascum densiflorum
Schwarze Königskerze - 0,5 % Verbascum nigrum
Kulturpflanzen
Winter-Heckenzwiebel - 2,0 % Allium fistulosum „Welsh Onior“
Ringelblume - 6,0 % Calendula officinalis (KF: 69 %, RH: 96 %)
Leindotter - 2,9 % Camelina sativa
Echter Koriander - 2,9 % Coriandrum sativum
Echter Buchweizen - 10,00 % Fagopyrum esculentum (KF: 69 %, RH: 96 %)
Sonnenblume - 9,0 % Helianthus annuus „Peredovick“
Gemeiner Lein - 8,7 % Linum usitatissimum „Lola“
Gewöhnlicher Hornklee - 1,5 % Lotus corniculatus „Leo“
Luzerne - 1,0 % Medicago sativa „Gigante Romea“
Rainfarn-Phazelie - 5,0 % Phacelia tanacetefolia „Angelia“
Weißer Senf - 2,0 % Sinapis alba „Zlata“
Inkarnat-Klee - 4,0 % Trifolium incarnatum „Signal“
Saatwicke - 5,0 % Vicia sativa „Greta“
Aussaat und Pflege
Die Pflanzen der Saatgutmischungen sind Lichtkeimer. Für eine erfolgreiche Aussaat sind folgende Punkte zu beachten:
- Beste Aussaatzeit: Mitte April bis Mitte Juni
- Bodenvorbereitung: Die Fläche sollte vorab gepflügt werden, um Gräser und schnell wachsenden Ackerunkräuter zu entfernen.
- Aussaat: Die Samen gleichmäßig auf dem Boden verteilen und anschließend anwalzen, um einen guten Bodenkontakt zu gewährleisten. Erste Keimlinge erscheinen nach zwei bis drei Wochen.
- Düngung: Es ist keine Düngung erforderlich.
Mahd der Blühflächen
Mehrjährige Blühflächen sollten im Frühjahr bis maximal 10 cm gemäht (nicht gemulcht) werden, damit Sonnenlicht an die im Vorjahr gebildeten Grundblätter und Samen der mehrjährigen Pflanzen gelangt und die Wiese sich gut entwickeln kann. Die Mahd sollte allerdings zum Schutz der hier überwinternden Insekten nicht schon im Herbst, sondern erst etwa Ende März geschehen. Ohne eine Mahd würde die Fläche allerdings mit Gräsern und schnell wachsenden Unkräutern zuwachsen und der Blühaspekt würde folglich geringer ausfallen.
Naturschutz-Tipp:
Auch mal etwas stehen lassen! Die Untere Naturschutzbehörde wirbt dafür, auch mal „etwas stehen zu lassen“. Oft reichen bereits vermeintliche Unkräuter und unscheinbare Wildpflanzen mit kleinen Blüten wie das im April blühende helllila blühende Wiesenschaumkraut, um wertvolle Lebensräume für Insekten zu schaffen. Beispiel: Schmetterlinge wie der Kleiner Fuchs oder das Tagpfauenauge legen ihre Eier auf Brennnesseln ab. Die Raupen ernähren sich von den Blättern der Brennnessel – ohne sie gäbe es keine Schmetterlinge in unseren Wiesen, Feldern und Gärten.
Weitere Informationen zur Saatgutbestellung unter