Paludikultur 

Was ist Paludikultur?
Paludikultur – kurz Paludi – bezeichnet die nasse Bewirtschaftung von Moorböden, bei der die Flächen gezielt wiedervernässt und gleichzeitig wirtschaftlich genutzt werden. Im Gegensatz zur herkömmlichen, trockenen Bewirtschaftung, die oft mit Torfabbau und hohen Treibhausgasemissionen verbunden ist, bleibt der Wasserstand bei der Paludikultur nahe der Oberfläche. Dadurch werden die im Moor gespeicherten Kohlenstoffvorräte geschützt und die Freisetzung von Treibhausgasen deutlich reduziert. Gleichzeitig ermöglicht diese Form der Bewirtschaftung den Anbau spezieller Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Moos, die als nachwachsende Rohstoffe für Baustoffe, Dämmmaterialien oder Substrate genutzt werden können. Paludikultur vereint so Klimaschutz, Biodiversität und wirtschaftliche Perspektiven – ein innovativer Ansatz für den Erhalt unserer Moore.

Der Landkreis Ammerland ist geprägt von einer einzigartigen Moorlandschaft, die nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch von großer Bedeutung für den Klimaschutz ist. Mit dem Projekt MOOSland engagiert sich der Landkreis für den Erhalt dieser besonderen Ökosysteme und setzt dabei auf innovative Lösungen, die Moorschutz und wirtschaftliche Nutzung verbinden.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist der intensive Austausch mit Fachstellen, Wissenschaft und regionalen Akteurinnen und Akteure. Durch den Aufbau eines starken Netzwerks werden Wissen und Erfahrungen gebündelt, um die nasse Bewirtschaftung von Moorböden – die sogenannte Paludikultur – im Ammerland zu etablieren. Paludikultur ermöglicht es, Moore als natürliche Speicher zu erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige, wirtschaftliche Nutzung der Flächen zu sichern. Dadurch kann der Moorschutz gestärkt werden, ohne dass Landwirtinnen und Landwirte auf die Bewirtschaftung ihrer Flächen verzichten müssen.

Aktuell unterstützt die gerade veröffentlichte Palu-Richtlinie des Bundes genau diese Form der nassen Bewirtschaftung und fördert sie finanziell. Dies schafft zusätzliche Anreize für Landwirtinnen und Landwirte, sich für den Moorschutz zu engagieren und gleichzeitig von einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu profitieren.

MOOSland zeigt, dass Klimaschutz und Landwirtschaft keine Gegensätze sein müssen. Durch die Erprobung und Umsetzung neuer Bewirtschaftungsmethoden leistet der Landkreis Ammerland einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Moore und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig werden wichtige Erkenntnisse für die Praxis gewonnen, die auch anderen Regionen als Vorbild dienen können. Im Ammerland wird dies auf der Projektfläche in Hankhausen erforscht und getestet. Mit MOOSland wird so ein zukunftsweisender Weg beschritten – für den Schutz unserer Natur und eine lebenswerte Region.