Schutz in Krisenlagen
Schutz suchen: In Gefahrensituationen zählt besonnenes Handeln.
In besonderen Gefahrensituationen ist es wichtig zu wissen, wo Sie schnell Schutz finden können – für sich selbst, Ihre Familie und andere Menschen in Ihrer Nähe. Ob Unwetter, Hochwasser, Explosion oder Gefahrstofffreisetzung: Wer vorbereitet ist, kann schneller und ruhiger reagieren.
Derzeit stehen in Deutschland keine flächendeckend nutzbaren öffentlichen Schutzräume für die Bevölkerung zur Verfügung. Trotzdem gibt es im direkten Umfeld Orte, die in vielen Gefahrensituationen Schutz bieten können – zum Beispiel stabile Gebäude, innenliegende Räume, höher gelegene Stockwerke oder Keller. Welcher Ort geeignet ist, hängt immer von der konkreten Gefahr ab.
Schutz bei Starkregen, Hochwasser und Unwetter
Bei Starkregen und Überflutungen sind höher gelegene Stockwerke meist der sicherste Ort. Meiden Sie Keller, Tiefgaragen, Unterführungen und überflutete Straßen. Wasser kann sehr schnell steigen; schon wenige Zentimeter können Türen blockieren oder Fahrzeuge manövrierunfähig machen.
Wenn Überflutung droht, schalten Sie elektrische Geräte aus. Strom und Gas sollten nur dann abgestellt werden, wenn dies gefahrlos möglich ist. Betreten Sie keine überschwemmten Räume, in denen Stromleitungen, Steckdosen oder elektrische Anlagen betroffen sein könnten.
Bei Sturm und Unwetter bleiben Sie möglichst in einem Gebäude. Schließen Sie Fenster und Türen, halten Sie Abstand zu Fenstern und Glasflächen und sichern Sie lose Gegenstände, soweit dies ohne Gefahr möglich ist. Meiden Sie Wälder, Bäume, Baugerüste und andere Bereiche, in denen Äste, Gegenstände oder Bauteile herabfallen können.
Wer im Freien von einem Gewitter überrascht wird, sollte Schutz in einem Gebäude oder in einem geschlossenen Fahrzeug suchen. Ist kein Schutz in der Nähe, gehen Sie in die Hocke, stellen Sie die Füße eng zusammen und meiden Sie einzelne Bäume, Waldränder, Anhöhen, Metallgegenstände und Gewässer.
Schutz bei Explosionen oder kriegerischen Ereignissen
Bei Explosionen geht besondere Gefahr von Druckwellen, Trümmern und Glassplittern aus. Suchen Sie möglichst Schutz in stabilen Gebäuden – am besten in innenliegenden Räumen mit wenigen Außenwänden, ohne Fenster oder mit möglichst großem Abstand zu Glasflächen.
In Wohngebäuden können Keller, Flure oder innenliegende Treppenhäuser Schutz bieten. Meiden Sie Fensterbereiche, Balkone, Dachgeschosse und Aufzüge. Im öffentlichen Raum können je nach Lage auch massive Gebäude, Tiefgaragen, Unterführungen oder andere geschützte Bereiche vorübergehend Schutz bieten. Achten Sie dabei auf Abstand zu Eingängen, Fensterfronten und möglichen Gefahrenquellen.
Wenn Sie von einer Explosion überrascht werden, bringen Sie sich sofort in Deckung. Gehen Sie zu Boden, schützen Sie Kopf und Nacken mit den Armen und suchen Sie danach, sobald es sicher möglich ist, einen geschützten Bereich auf.
Schutz bei CBRN-Gefahren (chemische, biologische, radiologische oder nukleare Gefahren)
CBRN-Gefahren sind chemische, biologische, radiologische oder nukleare Gefahren. Sie können zum Beispiel durch Industrieunfälle, Brände, Gefahrguttransporte oder andere Schadensereignisse entstehen. Manche Stoffe sind unsichtbar oder geruchlos. Deshalb sind offizielle Warnungen und Anweisungen besonders wichtig.
Wenn vor austretenden Gasen, Dämpfen oder Gefahrstoffen gewarnt wird, suchen Sie sofort ein geschlossenes Gebäude auf. Schließen Sie Fenster und Türen, schalten Sie Lüftungen, Klimaanlagen und Ventilatoren aus und suchen Sie möglichst einen innenliegenden Raum auf. Bei Gasen oder Dämpfen sind höhere Stockwerke oft besser geeignet, weil sich viele Stoffe bodennah sammeln können.
Bei einer Freisetzung radioaktiver Stoffe kann ein Kellerraum besseren Schutz bieten, da Erde und Gebäudeteile Strahlung abschirmen können. Folgen Sie auch hier unbedingt den behördlichen Anweisungen.
Wenn Sie im Freien von einer Gefahrstofffreisetzung überrascht werden, entfernen Sie sich möglichst quer zur Windrichtung aus dem Gefahrenbereich und suchen Sie ein geschlossenes Gebäude auf. Legen Sie verschmutzte Oberbekleidung und Schuhe möglichst vor dem Wohnbereich ab und waschen Sie Hände, Gesicht und Haare gründlich mit Wasser und Seife.
Warnungen beachten und informiert bleiben
Nutzen Sie mehrere Informationswege: Warn-Apps, Cell Broadcast, Radio, Lautsprecherdurchsagen sowie Informationen Ihrer Gemeinde, des Landkreises und der Einsatzkräfte. Telefonieren Sie nur, wenn es notwendig ist, damit Netze für Notfälle frei bleiben.
Notfallinformationspunkte
Für alle Gefahrensituationen gilt: Die beste Schutzmaßnahme ist die, die zur konkreten Lage passt. Bleiben Sie informiert, handeln Sie besonnen und folgen Sie den offiziellen Warnungen.