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Dialogrede von Landrätin Karin Harms und Altlandrat Jörg Bensberg

Karin Harms: Man sagt ja: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist.

Jörg Bensberg: Und da fragt man sich doch: Warum gehen die dann heute?

Karin Harms: Möglicherweise finden ja beide, dass es im Kreishaus nicht mehr schöner werden kann – weil du, Jörg, den Landkreis bereits verlassen hast und ich mich bald anschließe! Aber warum auch immer: Heute verabschieden wir mit Thomas Kappelmann und Ingo Rabe zwei prägende Köpfe unserer Verwaltung. Fortan muss der Landkreis ohne euch auskommen – ohne eure beiden sehr unterschiedlichen Herangehensweisen und Blickwinkel oder kurz gesagt: ohne die eine oder andere Diskussion, die wir garantiert vermissen werden. Gemeinsam habt ihr ein Fundament gelegt, das trägt – und das bleibt!

Jörg Bensberg: Mit euch gehen zwei Fossilien aus dem vergangenen Jahrhundert; zwei, die noch zu Zeiten der Zweigleisigkeit (also dem hauptamtlichen Oberkreisdirektor als Chef der Verwaltung und dem ehrenamtlichen vom Kreistag gewählten Landrat als politischem Vertreter) kamen, zwei, die ihr Gehalt noch in D-Mark bekommen haben und die noch den berühmten Achtminutentakt beim Telefonieren kennen. Und in den Sitzungen habt ihr euch noch mit Overhead-Projektor und handbeschrifteten Folien abgeplagt. In der langen Zeit eures Wirkens habt Ihr dann den Landkreis modernisiert, geprägt und fit für die Zukunft gemacht– mit viel Erfahrung und jeder Menge Ausdauer.

Karin Harms: Fangen wir mit dir an, Thomas. Seit 1989 bist du beim Landkreis – und es zog dich stets in die Bereiche, wo das meiste Geld ausgegeben wurde: ins Sozialamt, in die Abfall- und Wasserwirtschaft, ins Finanzwesen, den Straßenbau oder den Eigenbetrieb Immobilienbetreuung. 1998 wurdest du Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, 2004 übernahmst du die Leitung des Amtes für Finanzwesen und wurdest zwei Jahre später Kämmerer. 2010 wählte dich der Kreistag zum Ersten Kreisrat, 2018 wurdest du im Amt bestätigt. Ein schneller Läufer – nicht nur sportlich, sondern auch auf deiner Karrierebahn.

Jörg Bensberg: Dabei warst und bist du ein typischer Kämmerer: sparsam mit Geld und sparsam mit Emotionen. Und so hast du es geschafft, trotz eines um 100 Prozent gestiegenen Haushaltsvolumens, die Verschuldung gravierend zu senken und gleichzeitig die Vermögenswerte zu verdoppeln; stets nach dem Motto: Mit dem Haushalt haushalten und nicht: der Haushalt muss alles aushalten.

Karin Harms: Und nebenbei hast du Verantwortung übernommen, wo immer sie gebraucht wurde. Als du den Abfallwirtschaftsbetrieb geleitet hast, wurde plötzlich die Geschäftsführung des Rettungsdienstes vakant – und natürlich hast du auch diese Aufgabe sofort „on top“ übernommen. Dabei ging es dir nie um Ruhm und Anerkennung oder Aufmerksamkeit, sondern immer nur um das, was für die Menschen im Ammerland wichtig und notwendig war. Und du warst immer gedanklich voraus – und hast oft schon Lösungen gesehen, bevor andere überhaupt ein Problem erkennen konnten.

Jörg Bensberg: So hast du damals richtig erkannt, dass die seinerzeit von der damaligen Bezirksregierung für spätestens 2005 angeordnete Schließung der Deponie Mansie falsch war und geistesgegenwärtig Widerspruch eingelegt. Nur dadurch haben wir die noch aktuell laufende Betriebszeit erreichen können und damit die so geringen Müllgebühren im Ammerland ermöglicht. Dazu hat zusätzlich noch dein Verhandlungsgeschick im Umgang mit Stadt und Landkreis Oldenburg beigetragen, mit denen du Ende der 90er Jahre kluge Verträge über die Mitbenutzung der Deponie ausgehandelt hast.

Karin Harms: Und die Kreisumlage? Seit 2010 stabil – für viele ein Grund zur Freude, für manche ein Rätsel. Für dich war es ein klarer Kurs, der dem Ammerland über Jahre die niedrigste Kreisumlage in Niedersachsen beschert hat – und trotzdem Nachsitzen für uns, weil Land und Bund ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben; genau wie in der Schule: Einer macht Quatsch und alle müssen es ausbaden. Schade, dass dir ausgerechnet in den letzten Amtsjahren keine ruhigere Zeit vergönnt war. Und trotz dieser geringen Kreisumlage konntest du Gebäude bauen lassen wie andere Briefmarken sammeln. Von der Aufstockung des Kreis­haus­flügels bis hin zu den schmucken Neubauten von BBZ und BVZ oder der Erweiterung des Hospizes – nichts war vor dir sicher. Die BBS hast du ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht– und dabei ganz nebenbei ein Impfzentrum aus dem Boden gestampft. Von den zahlreichen Neubauten in der Verantwortung des Eigenbetriebes für andere Organisationen gar nicht zu reden …

Jörg Bensberg: Und dann dein Herzensprojekt: das Gesundheitsquartier mit Ammerland-Klinik, Bundeswehrkrankenhaus, psychosomatischer Klinik der Karl-Jaspers-Klinik, Ärztehaus, Hospiz, Personalwohnheimen, Betriebskindergarten, Parkhäusern und dem neuen Gesundheitsamt– quasi eine Dauerbaustelle, die ausnahmsweise mal für gute Laune sorgt.

Karin Harms: Und dann war da noch der Klimaschutz. Du hast den ersten Energiebericht auf den Weg gebracht, beim Abfallwirtschaftsbetrieb ein Gasauto an den Start gebracht, die LED-Revolution ins Kreishaus geholt und Thermostate eingestellt, als andere noch dachten, das regele sich alles von selbst. Dazu eine E-Fit-Kampagne, Photovoltaik auf dem Dach und E-Autos mit Charakter – allen voran deins, das sich gern mal in den Entspannungsmodus verabschiedet. Aber hey: Wer so lange so viel bewegt, darf sich auch mal abschleppen lassen und dabei so cool gucken, als wär' nichts gewesen!

Jörg Bensberg: Und ganz nebenbei hast du die Umstellung auf die Doppik gemeistert – eine Aufgabe mit eingebauter Verzweiflungsgarantie. Andere haben sich gedrückt, verzögert oder teure Beratung eingeholt; du dagegen bist da einfach locker durchgelaufen – Langläufer halt. Dein Erfolgsrezept? Dieser ganz besondere Mix aus Akribie, Ruhe, Gradlinigkeit, Gelassenheit und Weitblick. Und du bist seitdem der Einzige, der sicher weiß, was eigentlich z. B. ein Kilometer Kreisstraße wirklich wert ist.

Karin Harms: Aber wer glaubt, dein Herz schlage nur für Zahlen – der kennt dich nicht wirklich: Beim Landkreis ein besonnener und sparsamer Haushälter, privat ein Genießer mit Sinn für das Schöne und Glamouröse. Pop Art von Charles Fazzino und James Rizzi, schnelle Autos, gutes Essen – und Reisen mit dem Schiff um die Welt.

Jörg Bensberg: Im Amt der Mann, der weiß, wo der Rotstift liegt – privat einer mit Faible für Farbe, Tempo und Kultur. Und was deine Sparsamkeit bei den Emotionen betrifft: Auch da gibt es liebenswerte Ausnahmen. Wer dich mal so richtig aus dem Sulky kommen sehen will, muss nur mit zu den Baskets – dort erlebt man dich in voller Fahrt und mit ansteckender Begeisterung. Dass es aber auch in die andere Richtung gehen kann, wissen vor allem die, die schon einmal an einer Kreisumlage-Diskussion mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern teilgenommen haben. Nach solchen Terminen bekam besonders der Squashball zu spüren, was sich da angesammelt hatte – er war wahrlich nicht zu beneiden! Danke, Thomas – für deine Verlässlichkeit, deine Klarheit und die Fähigkeit, Zahlen mit Leben zu füllen. Für deinen großen Fleiß und deine positive Neugier auf alles Neue und Herausfordernde!

Karin Harms: Und von meiner Seite Dank dafür, dass du ein perfekter Stell­vertreter warst. Du hast mir zusammen mit den anderen Dezernenten den Einstieg ins Amt leicht gemacht und mich mit deiner Erfahrung sicher durch die ersten Monate und auch weiter begleitet. Und bis heute bist du mir stets ein verlässlicher Ratgeber. Es war eine Freude, die letzten vier Jahre mit dir zusammenarbeiten zu dürfen.

Karin Harms:  Und jetzt zu dir, lieber Ingo. Du warst 34 Jahre der soziale Kompass der Kreisverwaltung, obwohl du deinen Schreibtisch im kreishausbekannten Bermudadreieck hattest. Du konntest zuhören, verhandeln – und so ruhig bleiben, dass selbst die Bewegungsmelder unsicher waren: Rührt sich hier was?

Jörg Bensberg: Aber wenn dich etwas wirklich aufgeregt hat, dann konnte es passieren, dass noch eine halbe Stunde nach Ende des Termins ein leichtes Knurren hinter deiner Tür zu hören war. Und in diesem Zusammenhang bekamen inkompetente Gesprächspartnerinnen oder -partner bei dir gern das Etikett „Personen mit gesundem Halbwissen“ verpasst.

Aber eigentlich bist du ein sehr gutmütiger Mensch – mir sind nur wenige Situationen in Erinnerung, in der deine soziale Ader nicht die Überhand hatte. Eine solche gab es einmal beim gemeinsamen Verdauungsspaziergang nach dem Mittagessen: Wir beide wollten zusammen mit OKD Rode, der nicht unbedingt der größten einer ist, nach dem Mittagessen unseren üblichen Gang um die Häuser machen. Draußen war es überraschend ungemütlich und OKD Rode, der nur mit seinem Jackett unterwegs war, meinte in deine Richtung: ‚Herr Rabe, aus Fürsorgegründen müssten Sie Ihrem Chef eigentlich Ihren Mantel geben.‘ Und Ingo Rabe – nachdem er OKD Rode von oben bis unten gemustert hatte - entgegnete ganz trocken: ‚Nein, das geht nicht – dann wird der Saum unten dreckig.‘ Aber das war wirklich die Ausnahme. Dein Herz schlägt für das Soziale – überall dort, wo es um Menschen geht.

Karin Harms: Du hast frühzeitig die sozialen Leistungsanbieter aus der Bittstellerrolle herausgeholt, als du mit Ihnen Leistungsverträge abgeschlossen hast und sie nicht mehr jedes Jahr aufs Neue beim Kreistag um Zuschüsse betteln mussten, gleichzeitig nun aber auch vertraglich verpflichtet waren, für unser Klientel die entsprechende qualitative und quantitative Leistung zu erbringen. Und du hast schon kurz nach deinem Start als Sozialdezernent mit den DASS-Projekten (Dauerarbeitsplatz statt Sozialhilfe) erfolgreich erste Arbeitsmarktprojekte initiiert, was quasi den Einstieg in die spätere Option bedeutete.

Jörg Bensberg: Ja, 2004 wurde endlich vom Bund entschieden, dass die Kommunen sich um die Langzeitarbeitslosen kümmern durften, wenn sie wollten. 65 sogenannte Optionskommunen wurden erlaubt– 13 davon in Niedersachsen. Natürlich haben wir uns sofort beworben, hatten wir doch über Jahre schon erfolgreich diesen Job mit den DASS-Projekten erledigt. Und da wir einmal dem Land geglaubt hatten, dass man für die Bewerbung keine aufwendig hergestellten Hochglanzbroschüren abgeben müsse, sondern ausdrücklich eine schlichte Beschreibung der geplanten Aufgabenübernahme ausreichen würde, erreichten wir am Ende nur den glorreichen Platz 13 (und den auch nur, weil die Wesermarsch überraschend noch einen Rückzieher gemacht hatte) – während andere mit ihren schillernden von Werbebüros erstellten Heften unter die ersten zwölf kamen. Aber nach einem Jahr lagen wir auch für das Sozialministerium ganz ohne Glanz und Lametta ganz vorn und wurden der Vorzeigelandkreis in puncto Arbeitslosenquote bei den Langzeitarbeitslosen!

Karin Harms: Auch als Rechtsdezernent hast du entscheidende Weichen gestellt:  Ab 2001 hast du die Kooperation zwischen Bundeswehrkrankenhaus, Ammerland-Klinik und Landkreis mit Vertragswerken gestaltet, die so wasserdicht sind, dass kein Schlupfloch blieb – obwohl die Bundeswehr immer mal wieder danach sucht. Du hast die kommunale Übernahme des damaligen Landeskrankenhauses Wehnen maßgeblich mitgestaltet und warst der Ideengeber für den so treffenden neuen Namen Karl-Jaspers-Klinik.  Ebenso hast du den Aufbau der Großleitstelle Oldenburger Land entscheidend mitbegleitet – heute ein Rückgrat der Notfallversorgung. Und unvergessen bleibt auch deine Mediation beim BVO zum Johann-Justus-Weg: kontaminierter Boden, sensibles Thema, neun Stunden Mediation, bis gut 23 Uhr ohne Bewirtung – und am Ende ein Ergebnis. Punkt. Damals war ich noch stellvertretende Geschäftsführerin des BVO – und ich habe dich auch schon dort als ruhigen und verlässlichen Begleiter und Berater erlebt; bewundernswert. Strippen ziehen, das war dein Ding, und du hast es selbst gesagt: Das wird dir fehlen.

Jörg Bensberg: Und neben den vielen Aufgaben bei gemeinsamen Projekten hast du natürlich dein Hauptaugenmerk stets hier im Landkreis gehabt; du hast viele Projekte für bedürftige Kinder und Jugendliche sowie für Zugewanderte bei der KVHS angeschoben, das Pflege-Servicebüro in der Gründung begleitet und gestärkt, das Frauen- und Kinderschutzhaus möglich gemacht und die Jugendarbeit spürbar vorangebracht. All das hast du getan, ohne dich in den Vordergrund zu spielen. Immer unaufgeregt – ja, eine gewisse Coolness und Gelassenheit konnte man dir wirklich nicht absprechen. So hatte ich dich ja auch schon im Jahr 1992 kennengelernt: Nur wenige Tage nach deinem Dienstantritt beim Landkreis gab es im Mühlenhof in Westerloy den „Kennenlernabend“ des neuen Kreistags. Als gute neue Dezernenten langten wir beide zusammen mit den Kreistagsabgeordneten bei Bier und „Kommodenlack“ tüchtig zu; wir mussten ja auch nicht mehr fahren, da wir im Wagen des OKD mitfahren durften. Du warst dann der Meinung: Wer trinkt, muss auch rauchen. Also hast du dir auf dem Rückweg im Auto ganz selbstverständlich eine Zigarette angesteckt, die dir – ich nehme an aus „Kommodenlackschwäche“ – prompt aus der Hand auf den Teppich des Dienstwagens fiel. Plötzlich war der OKD überhaupt nicht mehr cool, weil er ernsthaft fürchtete, dass der Dienstwagen in Flammen aufgehen würde, was mit vereinten Kräften und einigem „Gehampel“ verhindert werden konnte.

Karin Harms: Und nun zu Corona. Ein Ausnahmezustand, der plötzlich alles verändert hat – und du warst einer derjenigen, die verbindend, besonnen und lösungsorientiert gehandelt haben. Das „atmende System“, das Impfangebot, die Wege in die Fläche – Teamarbeit, bei der du ein wichtiger Teil warst.

Jörg Bensberg: Der Impfbus rollte durchs Ammerland, das Krisenteam saß an einem Tisch: Verwaltung, Bundeswehr und Rotes Kreuz – und ich kann sagen: Die Lage war ernst, aber nie kopflos, weil wir mit dir stets gut aufgestellt waren!

Karin Harms: Und das war ganz dein Stil: Ob erstklassige Vertragswerke, erfolgreiche Kooperationen oder das Corona-Krisenmanagement – du hast Strömungen erkannt, bist Hindernissen ausgewichen und immer sicher ans Ziel gekommen. Kein Wunder also, dass du auch als Kanute so erfolgreich bist: erster Platz beim letzten Polenbesuch auf der Prosna! Dort wie hier gilt: Balance-halten-Können und eine gewissen Bauernschläue sichert die vorderen Plätze.

Jörg Bensberg: Manchmal allerdings warst du so zielorientiert und vergeistigt, dass die Welt um dich herum Pause machte. Ich stand häufiger in deinem offenen Büro, auf dem Schreibtisch lagen frei zugänglich Schlüsselbund und Geldbörse. Um dich vor dem Straftatbestand der Verleitung zum Kameradendiebstahl zu schützen, nahm ich die Wertsachen dann an mich; vielleicht nicht immer verbunden mit einer Info über den vorübergehenden Aufenthaltsort der Wertsachen in meiner Obhut bis zur Abholung. Das brachte dann sogar den sonst so ruhigen Ingo – zumindest bei den ersten Malen – in Aufregung; ein nur ganz selten zu beobachtendes Schauspiel.

Karin Harms: Andererseits wird erzählt, dass du einmal aus der Teeküche im Vorzimmer deinen Kaffee holtest und dabei so versunken warst, dass du die dort emsig arbeitenden Kolleginnen gar nicht bemerktest. Wortlos und wie ein Geist bist du an ihnen vorbeigegangen, hast die Tür zugezogen und die „Schätze“ im Büro dann auch noch pflichtbewusst durch Abschließen gesichert.

Jörg Bensberg: Ja, das kann ich mir genau vorstellen: den Kopf schon voller neuer Ideen, den Jagdrucksack innerlich gepackt – ein bisschen Verwaltungsprofi, ein bisschen auf der Pirsch … und manchmal eben auch ein wenig „zerstreuter Professor“. Über ungefähr 30 Jahre bist du von Brake nach Westerstede gefahren und in Spohle gern mal wieder in die allseits bekannte Blitzerstelle gerauscht – vielleicht auch, weil du deine Heimstatt nicht immer pünktlich verlassen hast oder weil das Hörbuch einfach zu interessant war. Sagten die Beamten anfangs noch freundlich „Guten Morgen, Herr Rabe“, so reichte später wohl ein vertrautes „Moin, Ingo“. Und du – auch da ganz „coole Socke“ – sollst angeblich das Verwarngeld schon griffbereit auf der Konsole liegen gehabt haben.

Karin Harms: Aber hinter all den kleinen Geschichten steht ein Dezernent, der über Jahrzehnte mit Ruhe, Klarheit und Verantwortung geführt hat. Dein Gespür für Menschen, deine Empathie und dein politisches Geschick machten dich zu einem Sozialdezernenten mit Herz, Humor und Haltung – und für mich zu einem Berater, der mit ruhiger Stimme oft mehr bewegt hat als manch anderer mit Megafon. Vielen Dank für alles!

Jörg Bensberg:Und jetzt? Jetzt beginnt für euch beide eine neue Zeit – ohne Sitzungskalender, dafür aber mit Reiseplänen und all den Dingen, die bisher zu kurz kamen. Ohne Druck – dafür mit vielen entspannten Momenten. Ohne Anfragen – aber mit ganz viel Zeit. Für dich, Thomas: Zeit für deine Familie, deine Patenkinder, fürs Kunstsammeln, für Reisen – und natürlich für die Baskets. Und für dich, Ingo: Zeit für die Familie, die Enkelkinder, das Segelboot – und natürlich die Jagd.

Karin Harms: Was bleibt, sind eure Aktenvermerke – von dir, Thomas, ein paar mehr, von dir, Ingo, ein paar weniger – aber vor allem bleibt unser großer, großer Dank. Dazu die allerbesten Wünsche für alles, was das Leben ab jetzt für euch bereithält. Wir werden euch vermissen! Aber ihr könnt mit gutem Gefühl gehen: Kontinuität wird durch Ralf sicher gestellt und durch Torsten, der als dein „Praktikant“, lieber Ingo, inzwischen zu Recht findet, dass der Wissenstransfer abgeschlossen, das Ausbildungsziel erreicht und der Meister endgültig entlassen ist. Genießt die neue Lebensphase in vollen Zügen – ihr habt es euch verdient!