Busverkehr in Rastede und Wiefelstede: neues Unternehmen, neue Busse, neue Fahrer
In einem europaweiten Vergabeverfahren wurde die Busverkehrsleistung des Linienbündels Ammerland Ost (umfasst im Wesentlichen die Gemeinden Rastede und Wiefelstede) neu vergeben. Neuer Betreiber ist „AM Bus Imken Wilmering“ (AM steht für Ammerland). Die Betreibergemeinschaft übernimmt am 1. August 2024 den Staffelstab von der Weser-Ems-Bus GmbH, die von 2014 bis Ende Juli dieses Jahres die Leistungen erbracht hat.
Mit insgesamt 43 Fahrzeugen werden 22 Linien im Linienbündel betrieben. Dazu gehören die Premiumlinien 330 (Conneforde – Wiefelstede – Oldenburg) und 340 (Jaderberg/Wiefelstede – Rastede – Oldenburg), die im Stundentakt und zwischen Oldenburg und dem Kernort im Halbstundentakt fahren. Ebenso ist die Nachtlinie N31 (Nacht Sa/So) und die Bürgerbus-Linie 347 Bestandteil der Verkehrsleistung als auch die Linien, die sich insbesondere auf die Schülerbedürfnisse ausrichten. Das Angebot der Linie 370 wird zum 1. August 2024 stark verbessert. Dann fahren die Busse von Montag bis Freitag im Stundentakt an Schul- und Ferientagen zwischen Rastede und Bad Zwischenahn. In Elmendorf gibt es einen passenden Anschluss an die Linie 350 nach und von Westerstede.
„Seit Dezember 2023 stehen der Landkreis, der ZVBN und die Verkehrsunternehmen in einem intensiven Austausch, um die Betriebsaufnahme zum 1. August 2024 vorzubereiten. Dazu gehören zum Beispiel die Anpassung der Fahrpläne, die Beschaffung von Fahrzeugen und die Akquise von Fahrpersonal, was auf dem heimischen Arbeitsmarkt gegenwärtig kaum zu finden ist“, so Landrätin Karin Harms bei einem gemeinsamen Termin mit den beiden Busunternehmen. „Die Verkehrsunternehmen haben deshalb ihre Rekrutierungsbemühungen international betrieben und konnten für unseren Busverkehr Fahrpersonal aus Indien und Pakistan gewinnen. Wir hoffen, dass die Fahrer sich bei uns wohlfühlen und diese Aufgabe dauerhaft übernehmen werden.“
Zwei von den neuen Fahrern sind Imran Said und Abdul Malik: Imran Said kommt aus der Stadt Mardan in Pakistan und Abdul Malik aus der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, beide waren bereits als Busfahrer in Pakistan und Dubai unterwegs. „Neben Bussen werden Rikschas und Mopeds nicht nur für touristische Zwecke genutzt. Sie sind fester Bestandteil der Fortbewegung in Pakistan, und gerade auch in den Dörfern werden oft Motorräder genutzt. Um zwischen den größeren Städten zu reisen, werden Langstreckenbusse verwendet. Man kann aber auch mit dem Zug reisen“, berichtet Imran Said. Die hohe Inflation im Land und damit einhergehende schwierige Lebensbedingungen sind für viele Pakistani Anlass, nach Beschäftigung außerhalb des eigenen Landes zu suchen und mit dem im Ausland verdienten Einkommen ihre Familien im Heimatland zu unterstützen. „In Pakistan verdient ein Busfahrer umgerechnet zwischen 170 und 340 Euro im Monat; eine Busfahrt kostet den Fahrgast ungefähr 50 Cent“, ergänzt Abdul Malik.
„Die Integration der Fahrer steht nun ganz oben auf der Agenda. Mit der Kreisvolkshochschule Ammerland in Rastede werden gerade Sprachkurse vereinbart“, so Leo Wilmering, Chef der Wilmering Gruppe. „Und auch darüber hinaus sollen Angebote geschaffen werden, die den Sprung in unsere ganz andere Kultur erleichtern sollen“, ergänzt Olaf Imken vom Verkehrsbetrieb Walter Imken. Derweil sind Imran Said, Abdul Malik und ihre Kollegen auf den Ammerländer Straßen unterwegs, um die Strecken der verschiedenen Linien kennenzulernen.
Weitere Informationen zu Fahrplänen und Tickets können über den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) unter www.vbn.de abgerufen werden. AM-Bus kann unter info@am-bus.de erreicht werden.
Weiteres im Interview mit den beiden neuen Busfahrern Imran Said und Abdul Malik, das aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt worden ist.