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13.05.2026

Daseinsvorsorge als Standortfaktor: Wirtschaftsrunde zu Gast in der Karl-Jaspers-Klinik

Auf Einladung von Landrätin Karin Harms und Geschäftsführer Michael Poerschke trafen sich rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Ammerland zur Ammerländer Wirtschaftsrunde im Festsaal der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung der Klinik, ihre Bedeutung für die Gesundheitsversorgung im Nordwesten sowie aktuelle Perspektiven moderner psychiatrischer Medizin.

Bereits zur Begrüßung unterstrich Landrätin Karin Harms die Rolle der Klinik für die Region: „Die Karl-Jaspers-Klinik ist eine bedeutende Einrichtung für unsere Region, ein wichtiger Arbeitgeber und vor allem ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Nordwesten. Mit der Karl-Jaspers-Klinik, der Ammerland-Klinik mit dem Bundeswehrkrankenhaus, dem dichten Netz niedergelassener Ärztinnen und Ärzte sowie vielfältigen Pflege-, Therapie- und Rehabilitationsangeboten verfügt das Ammerland über eine besonders leistungsfähige Gesundheitsstruktur. Das ist ein klarer Standortvorteil – für die Menschen ebenso wie für die Wirtschaft.“

Geschäftsführer Michael Poerschke und Pflegedirektorin Monika Jüttner zeichneten anschließend die Entwicklung der Einrichtung nach – von den historischen Ursprüngen im 19. Jahrhundert über die Zeit des Trägerwechsels zum Psychiatrieverbund Oldenburger Land im Jahr 2007 bis hin zur heutigen Rolle als moderne Einrichtung der Universitätsmedizin Oldenburg. „Heute ist die Klinik Teil der Universitätsmedizin Oldenburg und versorgt mit ihren Fachabteilungen und Spezialistinnen und Spezialisten ein Einzugsgebiet von rund einer Million Menschen“, erläuterte Michael Poerschke. „Die Klinik verfügt über 715 Betten und behandelt jährlich mehr als 24 000 Patientinnen und Patienten – davon rund 16 000 ambulant und 8 600 stationär und teilstationär. Letzte Zahl ist seit 2007 um 60 Prozent gestiegen“, erläuterte Michael Poerschke.

Besonders dynamisch entwickelte sich der ambulante Bereich. „Heute verzeichnen wir rund 16 000 ambulante Behandlungsfälle mit etwa 40 000 Behandlungskontakten. Im Jahr 2007 waren es lediglich rund 2 600 Fälle – das entspricht einer Versechsfachung“, erklärte Monika Jüttner. In den vergangenen 15 Jahren sei das ambulante Angebot kontinuierlich ausgebaut worden. Dieses reiche heute von der psychiatrischen Institutsambulanz über Angebote der Suchtmedizin und Krisenhilfe bis hin zur Mutter-Kind- und Depressionsambulanz. Mit rund 1 230 Beschäftigten zählt die Karl-Jaspers-Klinik zu den größten Arbeitgebern der Region und ist die größte Arbeitgeberin in der Gemeinde Bad Zwischenahn.

Im anschließenden Fachvortrag gab der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Dr. René Hurlemann Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der psychiatrischen Forschung. „Psychische Gesund-heit ist ein internationaler Megatrend. Jedes Jahr sind rund 30 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland von einer psychischen Erkrankung betroffen“, betonte Hurlemann. „Die Erforschung und Entwicklung neuer Strategien für Prävention, Therapie und Nachsorge ist deshalb eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.“

Vorgestellt wurden unter anderem Forschungsprojekte zur personalisierten Magnetstimulation in der Depressionsbehandlung sowie digitale Assistenzsysteme für die ambulante Nachsorge. Die Karl-Jaspers-Klinik arbeitet dabei eng mit verschiedenen Partnern in nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken zusammen.

Beeindruckt zeigten sich viele Gäste auch beim anschließenden Rundgang über das rund 42 Hektar große, parkähnlich gestaltete Klinikgelände mit seinen insgesamt 44 Gebäuden. Während im vorderen Bereich denkmalgeschützte historische Gebäude und der alte Wasserturm mit Café das Bild prägen, befindet sich im hinteren Teil des Geländes das 2021 eröffnete Hannah-Arendt-Haus. Der moderne zweigeschossige Neubau mit acht Stationen und 144 Betten bildet heute den neuen Mittelpunkt der Karl-Jaspers-Klinik.

Die Ammerländer Wirtschaftsrunde ist seit 23 Jahren ein etabliertes Unternehmensnetzwerk für offenen, konstruktiven und praxisnahen Austausch. Informationen zu Veranstaltungen der Wirtschaftsförderung erhalten Interessierte telefonisch unter 04488 561125 oder per E-Mail.