Landrätin Karin Harms: Wiefelsteder Schülerinnen und Schüler haben Anspruch auf Aufnahme an der KGS Rastede
Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Wiefelstede haben auch zum Schuljahr 2026/2027 einen Anspruch auf Aufnahme an der Kooperativen Gesamtschule Rastede. Landrätin Karin Harms hat die Gemeinde Rastede deshalb aufgefordert, kurzfristig ausreichende räumliche Kapazitäten bereitzustellen. Gleichzeitig hat die Gemeinde Wiefelstede nach Angaben des Landkreises signalisiert, kurzfristig zusätzliche Containeranlagen kostenlos zur Verfügung stellen zu können, um die Beschulung weiterer Schülerinnen und Schüler an der KGS Rastede zu ermöglichen und die räumliche Situation zu entlasten.
In einem Schreiben an Rastedes Bürgermeister Lars Krause macht die Landrätin deutlich, dass der weiterhin gültige Schulvertrag zwischen den Gemeinden Rastede und Wiefelstede aus dem Jahr 2011 nach Auffassung des Landkreises auch für das kommende Schuljahr gilt. Zwar wurde der Vertrag durch die Gemeinde Rastede zum 31. Dezember 2026 gekündigt, für das Schuljahr 2026/2027 entfalte er jedoch weiterhin volle Rechtswirkung.
Das Niedersächsische Schulgesetz sieht zwar grundsätzlich vor, dass Schulträger vorrangig die eigenen Schülerinnen und Schüler beschulen müssen. Für die KGS Rastede gelte aufgrund des bestehenden Schulvertrages jedoch eine weitergehende Verpflichtung zur Aufnahme von Schülerinnen und Schülern aus Wiefelstede, erklärt Karin Harms. Diese Rechtsauffassung sei durch das Landesamt für Schule und Bildung unter Beteiligung des Niedersächsischen Kultusministeriums bestätigt worden.
Die Landrätin macht deutlich, dass die schulische Versorgung im Ammerland in Verbünden organisiert ist. Neben den Standorten Westerstede/Apen und Bad Zwischenahn/Edewecht gilt dies auch für den Verbund Rastede/Wiefelstede. „Diese gewachsenen schulischen Strukturen haben sich seit rund fünfzig Jahren bewährt und sollen nach Angaben der Hauptverwaltungsbeamten und der Hauptverwaltungsbeamtin der Gemeinden beziehungsweise der Stadt Westerstede nicht aufgegeben werden“, erklärt Karin Harms in ihrem Schreiben. Ziel müsse es bleiben, auch künftig ein gemeinsames gymnasiales Angebot in den Gemeinden Rastede und Wiefelstede vorzuhalten.
In einem offenen Brief an Eltern angemeldeter Schülerinnen und Schüler verweist die KGS Rastede bislang auf fehlende räumliche und personelle Kapazitäten und empfiehlt unter anderem, Alternativen wie den gymnasialen Zweig der Oberschule Wiefelstede oder andere Gymnasien zu prüfen.
Der Landkreis Ammerland führt die Gespräche mit beiden Gemeinden fort. „Für die Zeit ab dem Schuljahr 2027/2028 brauchen wir eine langfristig tragfähige Lösung. Deshalb arbeiten wir derzeit an einem gemeinsamen Schulentwicklungsplan für das gesamte Ammerland. Unabhängig von der Aufnahmepflicht der KGS Rastede sollten Eltern auch die aktuellen räumlichen Rahmenbedingungen in ihre Entscheidung einbeziehen. Die Oberschule Wiefelstede kann vor diesem Hintergrund für manche Familien ebenfalls eine gute Perspektive für den Übergang auf die weiterführende Schule bieten“, so die Landrätin.