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11.06.2026

Extremwetter - „Auswirkungen des Klimawandels auf das Ammerland“: Karsten Schwanke zu Gast beim Klima-Schnack

Wie wirkt sich der globale Klimawandel ganz konkret vor unserer Haustür aus? Dieser Frage widmete sich der zweite „Klima-Schnack“ des Landkreises Ammerland am 9. Juni im Park der Gärten in Bad Zwischenahn. Rund 350 interessierte Gäste nutzten die Gelegenheit, den bekannten Meteorologen und Fernsehmoderator Karsten Schwanke live zu erleben und mit ihm über die Folgen des Klimawandels ins Gespräch zu kommen.

Dr. Thomas Jürgens, Dezernent für Umwelt und Bau beim Landkreis Ammerland, begrüßte die Gäste und machte deutlich, dass die Folgen des Klimawandels längst auch in der Region angekommen sind: „Wir sind heute hier, weil wir uns bewusst sind, dass wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur in fernen Ländern erleben – auch hier im Landkreis Ammerland sind die Veränderungen deutlich spürbar. Besonders das Starkregenereignis von 2024 in Apen hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie massiv der Klimawandel auch bei uns vor der Tür steht.“

In seinem wissenschaftlich fundierten und zugleich anschaulichen Vortrag schlug Karsten Schwanke die Brücke von globalen Klimadaten zu den regionalen Auswirkungen im Nordwesten Niedersachsens. Er erläuterte, dass Extremwetterereignisse wie längere Trockenperioden, Starkregen und schwere Stürme künftig auch im Ammerland häufiger und intensiver auftreten können. Dabei betonte Schwanke die Bedeutung der regionalen Klimaanpassung: „Neben der Notwendigkeit des globalen Klimaschutzes ist vor allem die regionale Anpassung entscheidend – durch ein verändertes Wassermanagement und die Förderung widerstandsfähiger Grünstrukturen. Wasser und Grünflächen sind extrem kostbare und eng miteinander verknüpfte Güter, die eine Schlüsselrolle bei der Klimaanpassung spielen.“

Trotz der herausfordernden Prognosen zeigte sich der Meteorologe zuversichtlich. Hoffnung schöpft er insbesondere aus dem weltweiten Ausbau der Solarenergie sowie aus dem rasanten technischen Fortschritt. Als Beispiel verwies er auf seine Diplomarbeit aus dem Jahr 1994 am Deutschen Klimarechenzentrum in Hamburg: Der damals leistungsfähigste Rechner Deutschlands sei heute von einem Smartphone um ein Vielfaches übertroffen. „Man darf sich nicht auf solche Entwicklungssprünge verlassen, aber sie sind möglich und das gibt mir Hoffnung“, so Schwanke, der sich im Anschluss an den Vortrag viel Zeit für die zahlreichen Fragen aus dem Publikum nahm.

Hendrik Lehners, Leiter des Amtes für Umwelt- und Klimaschutz beim Landkreis Ammerland, zog ein positives Fazit: „Die große Resonanz auf diese Veranstaltung zeigt einerseits die Brisanz der Thematik und andererseits, wie wichtig der Klimaschutz für die Menschen vor Ort ist. Ein besonderer Dank gilt unseren Veranstaltungspartnern EWE, LzO, OOWV, der Naturschutzstiftung Ammerland und der Stiftung Gewässerschutz, die maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Auch dem Park der Gärten gebührt Anerkennung – für das stimmungsvolle Ambiente und die reibungslose Organisation.“

Der Landkreis Ammerland setzt sich seit vielen Jahren mit vielfältigen Projekten für den Klimaschutz und die Klimaanpassung ein – von Maßnahmen zum nachhaltigen Wassermanagement bis hin zu Naturschutzprojekten. Der „Klima-Schnack“ bietet dabei eine wichtige Plattform, um Wissen zu vermitteln, den Austausch zu fördern und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu entwickeln.