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12.06.2026

Gefahr für Igel und andere Wildtiere: Mähroboter nur tagsüber einsetzen

Zum Schutz von Igeln, Kröten und anderen Kleintieren appellieren Jutta Flohr, Tierärztin im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, und Wiebke Peters, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde, an Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, Mähroboter ausschließlich tagsüber einzusetzen.

Der Hintergrund: Viele Kleintiere können sich vor den Geräten nicht ausreichend schützen. „Igel flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein und vertrauen auf den Schutz ihres Stachelkleides. Kommt es zu einer Kollision mit einem Mähroboter, können die Tiere schwere bis tödliche Schnittverletzungen erleiden“, warnt Flohr.

Besonders kritisch ist der Einsatz von Mährobotern während der Dämmerung und in der Nacht. In dieser Zeit sind Igel und viele Amphibien aktiv und können den Geräten nicht rechtzeitig ausweichen. „Mähroboter sollten daher so eingestellt werden, dass sie frühestens eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang mit dem Mähen beginnen und spätestens eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang ihren Betrieb einstellen“, erklärt Peters.

Die Bedeutung dieser Schutzmaßnahmen wird durch die aktuelle Entwicklung der Igelbestände unterstrichen: Der Igel wird seit Oktober 2024 von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) als gefährdete Art auf der Roten Liste geführt. Seine Bestände sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. „Dabei übernehmen Igel als natürliche Schädlingsbekämpfer eine wichtige Funktion im Ökosystem. Naturnahe und igelfreundliche Gärten fördern nicht nur den Schutz dieser Tiere, sondern leisten insgesamt einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt“, betont Peters.

Auch auf Ultraschall-Katzenschreckgeräte sollte in einem igelfreundlichen Garten verzichtet werden. Eine aktuelle Studie eines Forschungsteams der University of Oxford zeigt, dass Igel Schallfrequenzen ab 20 Kilohertz besonders empfindlich wahrnehmen. Die für Menschen kaum hörbaren Ultraschalltöne können erheblichen Stress verursachen und die Tiere im schlimmsten Fall aus ihrem Lebensraum vertreiben. Gerade für Igelmütter und ihren Nachwuchs kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Für Rückfragen steht Wiebke Peters von der Unteren Naturschutzbehörde unter der Telefonnummer 04488 56-2630 oder per E-Mail unter  zur Verfügung.