38. Ammerländer Wirtschaftsrunde bei Heinz Petry Maschinenbau in Edewecht: Investition, Innovation und regionale Stärke im Fokus
Auf Einladung von Landrätin Karin Harms und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Ammerland fand am Mittwochabend die 38. Ammerländer Wirtschaftsrunde in den Räumen der Heinz Petry Maschinenbau GmbH in Edewecht statt. Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik nutzten die Gelegenheit, die neue Produktionshalle mit Büro- und Sozialtrakt des Familienunternehmens zu besichtigen.
Diese Investition von rund 1,5 Millionen Euro markiert den jüngsten Entwicklungsschritt des stetig wachsenden Betriebs. Was 1985 mit der Produktion von Baggerschaufeln durch Firmengründer und Schlossermeister Heinz Petry begann, ist heute ein europaweit gefragter Spezialbetrieb für Raupenlaufwerke und Sondermaschinen. Seit 2019 führt Sohn und Maschinenbauingenieur Thorsten Petry das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter weiter: „Ich hatte das Glück, dass mein Vater frühzeitig den Generationswechsel im Blick hatte. So konnte ich Erfahrungen sammeln und mit ihm gemeinsam Verantwortung übernehmen – das hat Kontinuität und Stabilität geschaffen.“
Landrätin Karin Harms würdigte das Unternehmen als Beispiel für die Innovationskraft und Verlässlichkeit mittelständischer Familienbetriebe im Ammerland: „Die Petry Maschinenbau GmbH steht für Qualität, technisches Know-how und regionale Wertschöpfung. Solche Betriebe sichern nicht nur Arbeitsplätze, sondern tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke und Entwicklungsperspektive der Region bei.“ In einem wirtschaftspolitischen Ausblick betonte Harms die positiven Standortfaktoren des Ammerlands: „Unsere Region wird als lebenswerter Raum mit hoher Lebensqualität und guten beruflichen wie unternehmerischen Perspektiven wahrgenommen – auch wenn strukturelle Herausforderungen bestehen.“
Auch Frank Firneisen von der Creditreform Oldenburg Bolte KG zog ein überwiegend positives Fazit: Trotz bundesweit steigender Insolvenzen und rückläufiger Zahlungsmoral stehe das Ammerland vergleichsweise robust da. Die Unternehmen verfügen über eine deutlich höhere Eigenkapitalquote und niedrigere Verschuldungsraten als der Bundesdurchschnitt.
Im Anschluss erhielten die Teilnehmenden bei einer Betriebsführung durch Thorsten Petry und sein Team Einblicke in die Fertigungsprozesse. „Unsere Kunden erhalten alles aus einer Hand – von der Planung bis zur fertigen Maschine. Besonders stolz sind wir auf unsere hohe Fertigungstiefe“, erklärte Petry.
Beim abschließenden Imbiss wurden in offener Runde große und kleine Wirtschaftsthemen erörtert – von Standortbedingungen über Fachkräftefragen bis hin zu regionalen Zukunftsperspektiven. Dabei wurde auch deutlich: Ein moderates Lohnniveau wird von manchen Unternehmen bewusst in Kauf genommen, wenn dafür die prognostizierte positive Bevölkerungsentwicklung weiterhin für Stabilität und Wachstum im Ammerland sorgt.