Bisam & Nutria: Gefahr durch invasive Arten für Natur und Wasserwirtschaft
Auf Einladung der Gemeinde Apen fand ein gemeinsamer Ortstermin zum stark gestiegenen Vorkommen von Nutria und Bisam im Gemeindegebiet statt. Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde, des Wasser- und Bodenverbandes, der Jägerschaft sowie des Landkreises Ammerland kamen zusammen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Einigkeit herrschte darüber, dass die Öffentlichkeit umfassend über die Risiken und Folgen dieser invasiven Arten informiert werden muss.
Zwar werden Nutria und Bisam von vielen Bürgerinnen und Bürgern als „niedliche Tiere“ wahrgenommen – tatsächlich aber verursachen sie erhebliche Schäden an Natur und Infrastruktur. „Nutria und Bisam gefährden durch ihre Lebensweise die Artenvielfalt und die Funktionsfähigkeit wasserwirtschaftlicher Anlagen“, betont Wiebke Peters vom Amt für Umwelt und Klimaschutz des Landkreises Ammerland.
Beide Tierarten graben umfangreiche Höhlensysteme, die Deiche, Ufer, Dämme sowie Gräben, Kanäle und Rückhaltebecken massiv schädigen können. Die Folgen sind gefährliche Unterspülungen, Böschungsabbrüche oder Einbrüche an gewässernahen Wegen und Straßen – mit potenziellen Risiken für Wohnsiedlungen und die öffentliche Sicherheit. Auch die Natur leidet: Durch die Grabungen von Nutria und Bisam werden seltene Pflanzenarten – wie der Sumpfdotterblume oder der geschützten Sumpf-Schwertlilie – und heimische Tierarten verdrängt.
Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, arbeitet die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises derzeit an einem Informationsflyer und informiert auch auf der Landkreis-Website detailliert über das Thema unter www.ammerland.de/invasivearten. Besonders wird davor gewarnt, die Tiere zu füttern oder Fangvorrichtungen zu beschädigen. „Letzteres ist kein Kavaliersdelikt, sondern erfüllt den Tatbestand der Sachbeschädigung und kann strafrechtlich verfolgt werden“, so Peters.
Für weitere Informationen steht Ihnen Wiebke Peters unter der Telefonnummer 04488 56-2630 oder per E-Mail zur Verfügung.