Grußwort der Landrätin zum Jahreswechsel 2025/2026
Liebe Ammerländerinnen und Ammerländer,
das Jahr 2025 liegt nun mit all seinem Licht und Schatten hinter uns. Es war – bei allen erreichten Erfolgen – ein anspruchsvoller Zeitabschnitt, der uns zugleich die Grenzen des Machbaren aufgezeigt hat.
Ein zentraler Meilenstein war der Spatenstich für das im Aufbau befindliche Gesundheitsquartier Ammerland, dessen Errichtung die medizinische Versorgung im Nordwesten nachhaltig stärken wird. Schon seit Juli steht das neue Parkhaus mit 332 Stellplätzen bereit, und die sanierte Lange Straße (K347) verbessert den Zugang zum Klinikzentrum. Auch weitere relevante Infrastrukturmaßnahmen sind abgeschlossen: Die Erneuerung der K139 Friedrichsfehn–Petersfehn, Lichtsignalanlagen in Borbeck und Gristede sowie Radwege an der K128 Bad Zwischenahn–Ohrwege und der K114 Ihausen–Hollriede sind Verbesserungen, die den Alltag komfortabler und klimafreundlicher machen.
Die Arbeitsmarktsituation im Ammerland bleibt ebenfalls komfortabel: Die Arbeitslosenquote bleibt mit 4,1 Prozent (Vorjahr 4,4 %) deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt (6,1 und 6,3 %). Der Fachkräftebedarf ist hoch, und die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse bleibt auf Rekordniveau (48 599). Unsere Betriebe investieren, bilden aus und schaffen Arbeitsplätze – gestützt durch gezielte Förderprogramme. Das Ammerland beweist damit, dass es wirtschaftlich breit und robust aufgestellt ist.
Trotz so positiver Entwicklungen in vielen Bereichen stoßen wir im Haushalt an die Grenzen des Machbaren: Steigende Kosten, wachsender Investitionsbedarf und die Vielzahl an Aufgaben setzen uns unter erheblichen Druck. Für 2026 erwarten wir ein strukturelles Defizit von rund 14,6 Millionen Euro, in den Jahren 2027 bis 2029 ist mit Finanzierungslücken in einer Größe von rund 18 bis 20 Millionen Euro zu rechnen. Diese Entwicklung zwingt uns, schwierige Entscheidungen zu treffen und klare Prioritäten zu setzen. Dennoch werden wir durch gezielte Investitionen – unter anderem in die Technische Zentrale, die BBS Ammerland und die Planung der neuen Förderschule – dafür sorgen, dass das Ammerland auch in Zukunft eine starke und vor allem lebenswerte Region bleibt.
Unsere Bürgerinnen und Bürger können selbst erheblich dazu beitragen: Geben Sie bei den Kommunalwahlen 2026 Ihre Stimme ab. Jede einzelne Stimme zählt, denn nur durch aktive Teilnahme sichern wir unsere Demokratie und gestalten eine starke Zukunft für unsere Region. Und vielleicht gehen einige von Ihnen sogar noch einen Schritt weiter, stellen sich zur Wahl, bringen ihre Ideen ein und übernehmen Verantwortung. Auch dazu möchte ich Sie ermutigen: Unsere kommunale Gemeinschaft lebt von Menschen, die sich einbringen!
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gesundheit, viel Zuversicht und einen starken Zusammenhalt – im Vertrauen darauf, dass wir jede Herausforderung gemeinsam meistern können.
Ihre
Karin Harms
Landrätin