Ortstermin in Borbeck: Unfallkommission begleitet Umsetzung empfohlener Maßnahmen
Bei einem Ortstermin in der Gemeinde Wiefelstede hat sich die Unfallkommission des Landkreises Ammerland über den Baufortschritt an der Kreuzung Borbecker Landstraße (L 824), Borbecker Weg (K 134) und Bremer Straße (K 295) informiert. Dort entsteht derzeit ein vollsignalisierter Knotenpunkt – also eine Kreuzung mit Ampelanlage – für eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit.
„Die Unfallkommission hat sich für den Bau der Ampel ausgesprochen, weil Maßnahmen – wie zusätzliche Schilder oder Markierungen – bisher nicht zur gewünschten Unfallreduzierung geführt haben“, erklärt Ingo Hinrichs, Leiter des Straßenverkehrsamtes.
Wie solche Entscheidungen getroffen werden, erklärt Hinrichs so: „Unsere Empfehlungen beruhen auf klaren Kriterien, die landesweit einheitlich geregelt sind. Grundlage ist die Verkehrsunfallkarte der Polizei, in der Art, Ort und Ursache von Unfällen dokumentiert sind. Besonders im Blick stehen Stellen, an denen sich überdurchschnittlich viele gleichartige oder besonders schwere Unfälle ereignen. Werden bestimmte Schwellenwerte überschritten, wird der Bereich – je nach Lage – als Unfallhäufungsstelle oder als Unfallhäufungslinie eingestuft.“
Genau das war in Borbeck der Fall: An der Kreuzung kam es immer wieder zu vergleichbaren, teils schweren Verkehrsunfällen. Die Polizei stufte den Bereich deshalb als Unfallhäufungsstelle ein. Daraufhin analysierte die Unfallkommission – darunter Fachleute der Polizei, der Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörde sowie im Ammerland auch Vertreterinnen und Vertreter der kreisangehörigen Gemeinden, der Stadt Westerstede und des Fahrlehrerverbandes – das Unfallgeschehen, bewerteten die örtlichen Gegebenheiten und diskutierten mögliche Maßnahmen. Die Federführung liegt bei der Polizei. Sie ist nicht nur für die Auswertung der Unfalldaten verantwortlich, sondern übernimmt auch die Organisation und Protokollierung der Sitzungen.
„Die Empfehlung zum Bau einer Ampelanlage war das Ergebnis dieses strukturierten und gemeinsamen Prozesses“, betont Hinrichs. Die Unfallkommission tagt in der Regel einmal im Jahr – bei Bedarf auch kurzfristig. Zusätzlich tauschen sich die ständigen Mitglieder regelmäßig in der Verkehrskommission über allgemeine Fragen der Verkehrssicherheit aus.
Da der Bau der Ampelanlage über einfache verkehrsrechtliche Maßnahmen hinausgeht, war ein Beschluss der politischen Gremien des Landkreises erforderlich – insbesondere zur Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel. Die Finanzierung wird vom Landkreis Ammerland und dem Land Niedersachsen gemeinsam übernommen. Planung und Umsetzung liegen bei der Niedersächsischen Landes-behörde für Straßenbau und Verkehr.
Zum Zeitpunkt des Ortstermins war der Kreuzungsarm Bremer Straße (K 295) bereits fertiggestellt, während am Borbecker Weg (K 134) noch unter Vollsperrung gearbeitet wurde. Neben der Ampelanlage umfasst das Maßnahmenpaket auch barrierefreie Gehwege und neue Querungshilfen für den Fuß- und Radverkehr. Zudem wird die Fahrbahn im Kreuzungsbereich erneuert. Die Fertigstellung ist aktuell für Anfang Juni vorgesehen.
Die Mitglieder der Unfallkommission zeigten sich mit dem Baufortschritt zufrieden. Nach Abschluss der Arbeiten ist ein weiterer Ortstermin geplant, um die neuen Verkehrsabläufe in der Praxis zu betrachten und die Wirksamkeit der Maßnahme zu bewerten.