Tourismus im Ammerland fast wieder auf Vor-Corona-Niveau - Radfahren boomt
Der Tourismus im Ammerland hat sich weitgehend von den Folgen der Corona-Pandemie erholt. Mit 868 192 Übernachtungen liegt die Region nur noch 1,5 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2019 (881 287 Übernachtungen). Auch bei den Gästeankünften ist der Unterschied gering: 275 100 Besucherinnen und Besucher im Jahr 2025 gegenüber 276 480 im Jahr 2019.
Besonders positiv entwickeln sich die Gemeinden Westerstede und Wiefelstede. In Westerstede stiegen die Übernachtungen um 3,8 Prozent auf 106 545, während die Gästeankünfte sogar um 32 Prozent auf 52 788 zulegten. Gleichzeitig verkürzte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,6 auf 2,0 Nächte – ein Hinweis darauf, dass deutlich mehr Gäste kommen, jedoch häufiger nur für einen kurzen Aufenthalt. In Wiefelstede nahmen die Übernachtungen um 7,5 Prozent auf 95 013 zu. Die Gästeankünfte gingen leicht auf 18 653 zurück. Dafür stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 4,5 auf 5,65 Tage. Diese Entwicklung ist vor allem auf Übernachtungen auf dem Campingplatz Conneforde sowie in der Mutter-Vater-Kind-Klinik für Prävention und Rehabilitation zurückzuführen.
Auch Bad Zwischenahn und Rastede liegen auf einem guten Kurs: Bad Zwischenahn erreichte 581 871 Übernachtungen und 167 042 Gästeankünfte und liegt damit nur noch 3,26 Prozent unter dem Niveau von 2019. Rastede verzeichnete 45 037 Übernachtungen und nähert sich damit ebenfalls wieder dem Vor-Corona-Wert von 48 013 Übernachtungen. Für die Gemeinden Apen und Edewecht liegen derzeit keine statistischen Daten vor.
Landrätin Karin Harms führt den Tourismus-Boom vor allem auf den wachsenden Radreiseverkehr zurück: „Die Radreiseanalyse 2025 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs zeigt: Die Region Ostfriesland mit dem Ammerland liegt in der Beliebtheit deutlich vor der Nordsee und der mecklenburgischen Ostseeküste. Das Erlebnis unserer blühenden Parklandschaft vom Fahrradsattel aus macht unsere Region einzigartig.“
Auch Frank Bullerdiek, Leiter der Ammerland-Touristik, hebt die Bedeutung des Radtourismus hervor: „An den Radzählstationen Hengstforder Mühle und Jagdhaus Eiden wurden im vergangenen Jahr 23 730 beziehungsweise 112 364 Radfahrende registriert – Topwerte in ganz Niedersachsen. Zudem zieht die neue Fahrradstraße von Oldenburg nach Bad Zwischenahn zahlreiche Tagesausflügler an.“
Derzeit wird zudem untersucht, welchen Beitrag die positive Entwicklung des Tourismus zur regionalen Wertschöpfung leistet. Der Landkreis Ammerland hat gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen eine neue Berechnung des Wirtschaftsfaktors Tourismus für 2025 in Auftrag gegeben.
Autor/in: Anja Küllig, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit